Berg und Tal: Schalkes durchwachsene Halbserie

Formal ist die Bundesliga-Hinrunde für Schalke 04 noch nicht beendet, da der 17. Spieltag erst im kommenden Jahr ausgetragen wird. Dennoch werfen wir einen Blick zurück. Der Revierklub leistete sich ein – nennen wir es – abwechslungsreiches Halbjahr der laufenden Spielzeit.

Mit Vorschusslorbeeren und großer Vorfreude sollte der Start in die Saison bestritten werden. Schalke 04 gab sich einer umfassenden Personalrochade hin. Mit Christian Heidel, Axel Schuster, Markus Weinzierl und einigen Neuzugängen wurde ein Umbruch eingeleitet, der zum Start ordentlich in die Hose ging. Mit fünf Bundesligapleiten landete der Klub auf dem letzten Tabellenplatz. Doch Schalke wäre nicht Schalke, wenn auch nicht hierbei Überraschendes eingetreten wäre.

Höhenflug zu wenig, aber endlich Ruhe

Der sonst so hitzige und pulsierende Verein bewahrte in der sportlich prekären Situation Ruhe. Eigentlich untypisch für das lebhafte Königsblau. Heidel betonte schon vor Beginn der aktuellen Spielzeit, dass der Umgang mit kritischen Phasen ein Ziel ist, das er diesem Verein einpflanzen wolle. Nach einem halben Jahr kann man mit Fug und Recht behaupten, dass es dem 53-Jährigen bereits gelungen ist. Um das Ganze aber auch richtig einzuordnen, dürfte der große Kredit für die handelnden Personen kräftig dabei mitgeholfen haben. Wie viel Nachhaltigkeit das haben wird, zeigt die Rückrunde.

Auf rein sportlicher Ebene besteht Grund für Kritik, aber auch für Lob. Es gilt herauszustellen, dass die junge Truppe von Trainer Weinzierl mit dem 3-5-2-System eine taktische Ausrichtung besitzt und diese über einen großen Zeitraum hervorragend umsetzte. Nach den Ligapleiten zu Beginn fing sich die Mannschaft und blieb 12 Pflichtspiele am Stück unbesiegt, sicherte davon zehn Siege und stabilisierte sich ins Mittelfeld. Ein großes Faustpfand während dieser Zeit war die Einstellung des Teams, die mit viel Leidenschaft und Hingabe die Anweisungen des Fußballlehrers umsetzte.

Probleme meistern, voll angreifen

Allerdings gelang dies im Dezember nicht mehr so gut. Durch teilweise eigenes Verschulden und unglücklichen Entscheidungen einiger Schiedsrichter wurde der Höhenflug abrupt gestoppt. Die letzten vier Partien offenbarten aber auch, dass die ersehnte Konstanz noch nicht vollends auf Schalke angekommen ist. Eine Mischung aus großem Verletzungspech und eigener Fehler führten dazu, dass der Kontakt zu den Europapokalplätzen erneut abriss. Schalke überwintert auf Tabellenplatz 11 und besitzt neun Punkte Rückstand auf Rang sechs, den Borussia Dortmund innehat.

Vom internationalen Geschäft möchte man am Berger Feld vorerst nicht sprechen, da man den Blick auch nach unten richten muss, um nicht erneut in den Abstiegskampf gezogen zu werden. Die Rückrunde dürfte also recht spannend werden. Aber auch dann muss Schalke einige Rückschläge wegstecken. Nabil Bentaleb, Abdul Rahman Baba und Eric Maxim Choupo-Moting werden zum Start fehlen, da das Trio beim Afrika-Cup spielen wird.

Schalke 04 wird einmal mehr mit einigen widrigen Umständen zu kämpfen haben. Es könnte also nach dem großen Umbau zu Saisonbeginn ein Übergangsjahr werden. Das wäre dann eine Realität, die man akzeptieren muss.

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