Köln, Hertha und Hoffenheim setzen deutsche Europa-Misere fort

Berlin – Bundesliga gegen Europa 0:6 – die schwarze Europapokal-Woche ist perfekt. Der 1. FC Köln, Hertha BSC und 1899 Hoffenheim haben die deutsche Blamage auf internationaler Bühne perfekt gemacht. Während die Domstädter in der Europa League ihr erstes europäisches Heimspiel seit 25 Jahren gegen Roter Stern Belgrad mit 0:1 (0:1) verloren, unterlagen die Berliner in der schwedischen Provinz bei Östersunds FK ebenfalls mit 0:1 (0:1). Die 1:2 (1:0)-Niederlage der Kraichgauer beim bulgarischen Serienmeister Ludogorez Rasgrad rundete das enttäuschende Ergebnis ab.

Alle drei Klubs stehen im zweithöchsten Vereinswettbewerb Europas somit nach zwei Partien sieglos da und müssen in der Gruppenphase stark um den Einzug in die nächste Runde. Zuvor hatten schon Bayern München, Borussia Dortmund und RB Leipzig in der Champions League allesamt verloren. Zum ersten Mal seit 1981 verloren damit deutsche Mannschaften sechs Europacup-Spiele in höchstens drei Tagen. Damals waren sechs Teams an nur einem Tag punktlos geblieben.

In Köln zeigte der FC nach einer ganz schwachen ersten Halbzeit und dem verdienten 0:1-Rückstand durch Richmond Boakye (30.) zwar eine starke Reaktion und erhöhte den Druck, der Ausgleich fiel aber trotz guter Chancen und dreier Pfostentreffer von Milos Jojic (58., 66.) und Leonardo Bittencourt (74.) nicht mehr. Immerhin macht die zweite Halbzeit Mut für das wichtige und richtungweisende Ligaspiel gegen Vizemeister RB Leipzig am Sonntag (18.00 Uhr/Sky).

Im Stadion blieb es – anders als bei der 1:3-Niederlage bei Arsenal London vor zwei Wochen – zwischen den als verfeindet geltenden Fanlagern ruhig. Die Kölner Polizei, die die Begegnung im Vorfeld zu einem Hochsicherheitsspiel erklärt hatte, war mit Tausenden Einsatzkräften vor Ort, um die Sicherheit zu gewährleisten. Dies gelang weitestgehend, auch beim Fanmarsch der serbischen Anhänger quer durch die Stadt bis zum Stadion in Köln-Müngersdorf blieb es grundsätzlich friedlich.

Hoffenheim war schon nach 96 Sekunden durch den Treffer des Tschechen Pavel Kaderabek in Führung gegangen. Es war das schnellste Europa-League-Tor einer deutschen Mannschaft seit der Einführung des Wettbewerbs im Jahr 2009. Swetoslaw Djakow (46.) und Jody Lukoki (72.) trafen für Rasgrad.

In den Stunden vor der Partie stand allerdings Nagelsmann im Mittelpunkt. Grund dafür war die Entlassung seines Kollegen Carlo Ancelotti bei Rekordmeister Bayern München. Der „Trainer des Jahres“, der vor rund zwei Wochen mit seinen Träumereien vom Job bei den Bayern für großes Aufsehen gesorgt hatte, gilt als Kandidat für die Ancelotti-Nachfolge.

„Ich befasse mich nicht mit Spekulationen“, sagte Nagelsmann vor der Begegnung bei Sport1. Sportdirektor Alexander Rosen schloss einen Abgang Nagelsmanns zu den Münchnern aus: „Die Gefahr ist so gering, ich kann gar nicht sagen, wie gering sie ist.“

Auch Hertha war bei seinem ersten Europa-League-Auswärtsspiel seit 2774 Tagen ohne Fortune. Pechvogel des Abends war Abwehrspieler Jordan Torunarigha. Der 20-Jährige, der bei seinem Europacup-Debüt auf der ungewohnten rechten Abwehrseite spielte, verursachte einen umstrittenen Handelfmeter, den Östersunds Kapitän Brwa Nouri sicher zum Siegtreffer (22.) verwandelte. Torunarigha war der Ball aus kürzester Distanz an die Hand geprallt, der italienische Schiedsrichter Luca Banti zeigte erst nach einem Moment des Zögerns auf den Elfmeterpunkt. (SID)

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