DFB-Perspektivteam gewinnt Auftaktspiel beim Confed Cup

Sotschi – Das Perspektivteam des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat sein Auftaktspiel beim Confed Cup in Russland gewonnen. Die junge Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw setzte sich vor 28.605 Zuschauern im Olympiastadion von Sotschi gegen Asienmeister Australien trotz zweier Patzer von Torhüter Bernd Leno mit 3:2 (2:1) durch. Zweiter Gegner der DFB-Elf bei der Mini-WM ist am Donnerstag in Kasan Südamerika-Meister Chile (20.00 Uhr/ARD).

Der Gladbacher Lars Stindl erzielte die frühe Führung (5.), Julian Draxler traf per Foulelfmeter zum 2:1 ( 44.) und Goretzka steuerte den dritten deutschen Treffer bei (48.). Beim zwischenzeitlichen 1:1 der eigentlich harmlosen Australier durch Tom Rogic (37.) ließ Bernd Leno den Ball unter seiner Achsel durchrutschen, vor dem 3:2 patschte er den Ball ungeschickt vor die Füße des Torschützen Tomi Juric (56.).

Als Leno zum Anpfiff seines schwarzen Abends gemäß der angekündigten Rotation seinen Platz im deutschen Tor einnahm, blickte er in die pure Trostlosigkeit. Spärlich besetzt war die Fischt-Arena, und bis in die oberste Reihe waren die Kommandos der deutschen Spieler zu hören, die im Gedenken an den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl mit Trauerflor aufliefen. Auf der Ehrentribüne nahm FIFA-Präsident Gianni Infantino diese Minuskulisse säuerlich lächelnd hin – 28.605 Zuschauer sollen es gewesen sein. 

Nach vier Minuten wurde es allerdings erstmals lauter. Trotz aller Warnungen vor der „Rugby-Mentalität“ der angeblich so kompromisslosen Australier stand es früh 1:0. Julian Brandt hatte nach einem Steilpass des von Beginn an auffälligen Goretzka geschickt auf Stindl zurückgelegt, der mit 28 sein erstes Länderspieltor erzielte. Sandro Wagner, bemühte zweite Spitze neben Stindl, hätte beinahe das 2:0 geköpft (16.).

Der Asienmeister war der deutschen Spielkultur nicht gewachsen. Australien zog sich zurück, presste nicht, massive Probleme im Flachpass waren unübersehbar. Der starke Brandt (20./27.) und Wagner (23.) alleine vor Torhüter Mathew Ryan hätten das zu weiteren Treffern nutzen müssen. Nach 30 Minuten standen bereits 10:1 Torschüsse in der Statistik – nur die Chancenverwertung der DFB-Elf ließ zu wünschen übrig. 

Löw schaute sich den bis dahin rundum gelungenen Auftritt seiner jungen, aber hochmotivierten Mannschaft entspannt an. Gemächlich durchschritt er seine Coaching Zone, nur ab und an rief er der bis zur Großchance für Trent Sainsbury (36.) gut sortierten Vierer-Abwehrkette Anweisungen zu. Doch der arg wacklige Leno brachte Australien zweimal zurück ins Spiel.

Übergangskapitän Draxler, der immerhin kurz darauf seinen Elfmeter sicher verwandelte, war vor dem 1:1 nach einem Fehlpass einfach stehen geblieben. Das 3:2 ging dann aber allein auf Lenos Kappe. Joker Timo Werner hätte das Spiel entscheiden können, traf aber nur den Pfosten (75.). (SID)

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