UEFA: Brüssel kein Spielort bei EM 2020 – Zuschlag für Wembley

Nyon – Die belgische Hauptstadt Brüssel wird kein Spielort bei der EM 2020. Das entschied das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union UEFA am Donnerstag in Nyon einstimmig. Als Ersatz bekam das Wembley-Stadion den Zuschlag, in London werden nun sieben statt der bislang geplanten drei Spiele stattfinden.

In Belgien sollten eigentlich drei Gruppenspiele und ein Achtelfinale ausgetragen werden. Diese Begegnungen werden nun in Wembley gespielt. Dazu gehen in London die Halbfinals und das Finale (12. Juli) der ersten paneuropäischen EM, die nun in nur zwölf Städten Europas (darunter München) stattfinden wird, über die Bühne.

Aufgrund ständiger Verzögerungen beim Bau des neuen, rund 300 Millionen Euro teuren Stadions in Brüssel hatte die UEFA eine Frist bis zum 20. November gesetzt – bis dahin mussten alle nötigen Baugenehmigungen nach Nyon geschickt werden. Dies gelang nicht, auch ein Aufschub bis zur Sitzung am Donnerstag war keine Hilfe.

„Wir haben mit Brüssel lange diskutiert, aber nicht alle geforderten Dokumente erhalten. Bis heute wissen wir nicht, ob sie ein Stadion bauen können oder nicht“, sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin: „Experten haben uns gesagt, dass das Risiko für die UEFA zu groß sei, wenn wir weiter warten würden.“

Das Grundproblem des Großprojektes auf dem Parkplatz des Brüsseler EXPO-Geländes ist ein Konflikt mit der Gemeinde Grimbergen in der Provinz Flämisch-Brabant, der ein Teil des geplanten Stadion-Areals gehört. Die Flamen und die Wallonen sind in Belgien seit dem 19. Jahrhundert in tiefster Abneigung miteinander verbunden. (SID)

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