Schalke aktuell mehr Problemlöser als Problemmacher

Ein wenig ungläubig schaute man sich vor Wochen und Monaten noch an. Schalke 04 drückte auf sportlicher Ebene den Resetknopf und verpflichtete in Christian Heidel, Axel Schuster und Markus Weinzierl ein neues Führungstrio. Zudem wechselten zahlreiche neue Spieler ans Berger Feld – es war der X-te Umbruch vom Umbruch. Besonders mit Heidel verband man im weiten königsblauen Rund eine neue Ära. Doch die ersten fünf Bundesligapleiten zum Auftakt raubten die anfängliche Vorfreude auf gewollte „neue Zeiten“. Ein weinender Breel Embolo nach der 1:2-Niederlage bei der TSG 1899 Hoffenheim rundete das Zwischenbild aus entflohener Hoffnung und blanker Ernüchterung ab.

Schalke schüttelt alles ab

Gut zwei Monate später erleben wir einen FC Schalke 04, der von den Totgesagten auferstanden ist. Und das trotz zahlreicher Probleme. Coke, Embolo, Huntelaar, di Santo – immer wieder musste der S04 Rückschläge in Form von Verletzungen erleiden, die zuvor meist gute Ausreden für inkonstante Spiele und daraus resultierende Niederlagen waren. Jedoch scheinen derartige Probleme das Konstrukt des Revierklubs nur noch am Rande zu tangieren.

Dies hat Gründe. Zum einen hat Trainer Weinzierl scheinbar das perfekte System für seinen aktuellen Lizenzspielerkader gefunden. Im ausgewählten 3-5-2 fühlen sich seine Untergebenen sichtlich wohl und können ihre Stärken ausspielen. Zum anderen hilft diese Umstellung dem Team bei einer wohltuenden neuen Qualität. Die Weinzierl-Truppe lebt weniger von ihrer individuellen Klasse – wie in den Jahren zuvor –, sondern kommt aus einer mannschaftlich geschlossenen Gesamtleistung. Was wiederum dem Übungsleiter bei dessen angewendeter Rotation sehr nützlich ist. Schalke 04 kann die Spieler nahezu beliebig austauschen, die neu gewonnene Qualität im speziellen und der sichtbare Erfolg im Besonderen untermauern dies. Seit nun mehr 12 Pflichtspielen ist Königsblau ungeschlagen und feierte dabei satte zehn Siege.

Heidel lobt positive Entwicklung

Man hat das Gefühl, es kann kommen, was will – jeder Rückschlag wird weggesteckt. Schalke 04 mutierte vom Problemmacher zum Problemlöser. Erstmalig in dieser Saison konnte nun auch ein Rückstand gedreht werden. Aus einem 0:1 gegen Darmstadt 98 formte S04 einen klaren 3:1-Heimsieg und erlaubte sich sogar noch, einen Foulelfmeter zu verschießen. In Zeiten, wo diese Nackenschläge oftmals dazu führten, dass das Team zusammenzufallen drohte, herrschen nun Besonnenheit, Geduld und der Glaube an die eigene Stärke. Dies lobte nach der Partie auch Manager Heidel mit den Worten: „Das ist eine Entwicklung.“

Doch, wohin kann der Weg des Revierklubs noch führen? Aktuell steht man auf Rang acht, erstmals in dieser Spielzeit taucht S04 in der oberen Hälfte der Tabelle auf und besitzt fünf Punkte Rückstand auf Hoffenheim, das den sechsten Platz innehat. Der Anschluss an die Europapokalplätze wäre also wieder hergestellt. Ziel der Knappen ist: Nach Ende der Hinrunde soll dieser Anschluss gewahrt bleiben. Schafft es Schalke die aktuelle Konstanz beizubehalten, wäre sogar noch ein Platz für die begehrte Champions League im Bereich des Möglichen. Den Verantwortlichen und den Spielern ist wichtig, die Schlagdistanz auf genannte Positionen nicht zu verlieren, um in der Rückrunde voll anzugreifen und die Jagd fortzusetzen.

Genug Munition ist dafür am Berger Feld vorhanden, wie die letzten Wochen und Monate offenbarten.

GD Star Rating
loading...
Schalke aktuell mehr Problemlöser als Problemmacher, 3.6 out of 5 based on 7 ratings

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*