Statistik der Woche 10: Top oder Flop – Trainerwechsel im Fokus

Auch in dieser Saison hat sich das Trainerkarussell schon gedreht, wobei es vor allem in Berlin sehr rasant zuging. Denn bei der Hertha agiert nach Markus Babbel und Michael Skibbe mit Otto Rehhagel bereits der 3. Cheftrainer (dazu war noch Interimscoach Rene Tretschok für ein Spiel am Werk). Dabei schafft es Skibbe sogar in unsere „Bestenliste“, denn die Redaktion nahm sich dieses Mal den Erfolg oder Misserfolg von Trainerwechseln innerhalb einer Saison an und da kamen wir am ehemaligen Co-Nationaltrainer nicht vorbei. Dazu traten aus dem umfangreichen Kickwelt-Datenarchiv weitere interessante Aspekte hervor, die wir für Sie in zwei Tabellen (positiv und negativ) aufbereitet haben.

So machte den größten Sprung nach oben vor über 40 Jahren der ehemalige Werder-Coach Fritz Langner (Foto). Der „eiserne Fritz“ schaffte schon 1967/68 ein „Wunder von der Weser“, als er Bremen von Rang 17 auf 2 führte (ab dem vierten Spieltag). Sehr erfolgreich waren aber auch Ralf Rangnick, Jörg Berger, Felix Magath oder Gyula Lorant, die ihre jeweiligen Vereine 13 bzw. 12 Plätze nach oben führten (wobei dabei Letzterer nur 21 Spieltage zur Verfügung hatte).

Absolut erwähnenswert auch die Top-Leistung vom jetzigen Schalke-Trainer Huub Stevens, der in der Saison 06/07 den Hamburger SV erst nach dem 19. Spieltag übernahm und die „Rothosen“ von Rang 18 noch auf Platz 7 führte! Theoretisch könnte dies auch noch der jetzige HSV-Coach Thorsten Fink schaffen (übernahm die Hamburger am 10. Spieltag ebenfalls auf Platz 18), wobei es allerdings durch die letzten Ergebnisse und auch durch die drakonische Acht-Spiele-Sperre für Stürmer Guerrero auch noch einmal Abstiegskampf an der Elbe geben könnte. Hier aber erst einmal unsere Positiv-Tabelle mit den größten Sprüngen nach oben.

Trainerwechsel während der Saison mit den größten Tabellensprüngen nach oben:

Trainer Verein Saison,
Spieltag von-bis
Platzierung
Beginn/Ende
Plätze
gewonnen
Fritz Langner Werder Bremen 67/68,
4-34
17 / 2 15
Ralf Rangnick FC Schalke 04 04/05,
7-34
15 / 2 13
Jörg Berger 1. FC Köln 91/92,
9-38
16 / 4 12
Felix Magath Hamburger SV 95/96,
9-34
17 / 5 12
Gyula Lóránt Eintracht Frankfurt 76/77,
13-34
16 / 4 12
Hannes Löhr 1. FC Köln 83/84,
3-34
17 / 6 11
Wolfgang Sidka Werder Bremen 97/98,
4-34
18 / 7 11
Tschik Cajkovski 1. FC Köln 73/74,
8-34
16 / 5 11
Huub Stevens Hamburger SV 06/07,
20-34
18 / 7 11
Thomas Doll Hamburger SV 04/05,
9-34
18 / 8 10
Hans Meyer 1. FC Nürnberg 05/06,
13-34
18 / 8 10
Rudi Gutendorf FC Schalke 04 68/69,
16-34
17 / 7 10
Christian Gross VfB Stuttgart 09/10,
16-34
16 / 6 10

Dagegen führten die Entscheidungen der jeweiligen Vereinsführungen für Bernd Krauss in Dortmund bzw. Herbert Burdenski in Duisburg nicht ins Plus, dort ging es nämlich nach den Trainerwechseln gleich 7 Plätze abwärts. Nicht verwunder- lich, dass Krauss nach 11 Spieltagen ohne Sieg auch wieder entlassen wurde, ehe das „Generationen-Trainerduo“ Lattek/Sammer einen Dortmunder Abstieg verhinderte.

In unsere Negativ-Tabelle hat sich wie erwähnt diese Saison auch Michael Skibbe eingeordnet, der nach Rückrundenbeginn mit der Hertha vier Tabellenplätze verlor. Doch nach vier Spielen ohne Punktgewinn und nur 52 Tagen (!) Amtszeit musste er wieder gehen – der schnellste Rauswurf der BL-Geschichte! Nun führt in Berlin ja „König Otto“ das Zepter und konnte in seinem zweiten Spiel einen ungemein wichtigen 1:0-Sieg gegen Bremen feiern. In unserer folgenden Negativ-Tabelle mit mindestens vier Tabellenrängen im Minus kann er dazu sowieso nicht auftauchen, da Rehhagel die Hertha „schon“ auf Platz 15 übernahm…

Trainerwechsel während der Saison mit den größten Tabellensprüngen nach unten:

Trainer Verein Saison,
Spieltag von-bis
Platzierung
Beginn/Ende
Plätze
verloren
Bernd Krauss Borussia Dortmund 99/00,
19-29
6 / 13 7
Herbert Burdenski MSV Duisburg 77/78,
2-9
3 / 10 7
Frank Geideck Arminia Bielefeld 06/07,
22-25
11 / 17 6
Holger Fach VfL Wolfsburg 05/06,
11-17
7 / 13 6
Werner Lorant TSV 1860 München 98/99,
12-34
3 / 9 6
Erich Ribbeck Bayer Leverkusen 95/96,
20-30
7 / 13 6
Helmut Schneider Borussia Dortmund 68/69,
25-26
10 / 16 6
Erich Rutemöller Hansa Rostock 91/92,
28-38
13 / 18 5
Michael Skibbe Hertha BSC 11/12,
18-21
11 / 15 4
Ralf Rangnick FC Schalke 04 10/11,
28-34
10 / 14 4
Pierre Littbarski VfL Wolfsburg 10/11,
22-26
13 / 17 4
Jürgen Röber Borussia Dortmund 06/07,
18-25
9 / 13 4
Dietrich Weise Eintracht Frankfurt 85/86,
26-34
11 / 15 4
Ivica Horvat FC Schalke 04 78/79,
22-23
8 / 12 4
Max Merkel FC Schalke 04 75/76,
22-23
4 / 8 4
Hans Hipp Hannover 96 72/73,
20-23
12 / 16 4

Stand: 07.03.2012

Grundsätzlich ist natürlich zu sagen, dass kein Trainerwechsel die Garantie für eine bessere Platzierung ist und wir uns wünschen würden, dass den Trainern von den Managern/Präsidenten und auch von der Öffentlichkeit des öfteren etwas mehr Zeit gegeben werden sollte, um die jeweiligen Teams wieder in „ruhigere Gewässer“ zu führen.

GD Star Rating
loading...

Keine Kommentare

  1. Geile Statistik! Kann mich noch an Doll erinnern, der als großer Trainer gefeiert wurde beim HSV. Von Platz 18 auf 8 damals. Als HSV Fan unvergesslich! Aber was danach passierte war schrecklich! Vom Top-Trainer zum Flop-Trainer. Von Skibbe und Doll halte als Trainer gar nichts! Die beiden werden keine Mannschaft langfritsig nach oben bringen. Sie sind evtl. als Motivatotionskünstler gut, mehr auch nicht!

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*