1.FC Köln

Kickwelt FlopIn dieser Woche möchten wir in der Kategorie Flop der Woche wieder einmal keinen „Einzeltäter“ küren, sondern einem Gesamtverein ‘nen Denkzettel geben. Der letzte Tabellenplatz nach zwei Spieltagen ist dabei nur ein Grund, warum der 1.FC Köln hier auftaucht.

In anderen Vereinen wäre sicherlich nach zwei Niederlagen noch nicht so viel Feuer unterm Dach, aber die Probleme beim rheinischen Traditionsclub sind hausgemacht. Mit Stale Solbakken holte man einen Konzepttrainer, der aber wohl viel zu wenig Zeit bekommt, um überhaupt sein Konzept den Spielern näher zu bringen. Ein Grund dafür ist allerdings auch, dass der Norweger unter anderem mit der Podolski-Degradierung andere Brandherde entfachte, die eigentlich ohne Not entstanden. Das ohnehin sehr sensible und anspruchsvolle Kölner Umfeld (damit sind sowohl die Lokalpresse als auch Vereinsobere und Fans gemeint) reagierte jedenfalls mit Unverständnis, was auch dazu führte, dass die Arbeit des Trainers noch kritischer betrachtet wird.

Die Mannschaft selbst ist aber natürlich der Hauptgrund für den Fehlstart. In beiden Spielen gegen Wolfsburg und „Auf Schalke“ waren teilweise sehr gute Ansätze zu sehen, aber sobald der Rückschlag in Form eines Gegentors kam, brach die Ordnung total zusammen und am Ende kamen zwei deutliche Klatschen heraus. Es bleibt abzuwarten, ob Solbakken die Chance bekommt, aus den guten Ansätzen brauchbare Ergebnisse zu formen. 12 Trainer in den letzten 10 Jahren machen dabei aber nur wenig Hoffnung.

Neben den Leistungen auf dem Platz gibt es aber noch große andere Baustellen, insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit. Nach dem Abgang von Pressesprecher Christopher Lymberopoulos gibt es hier einige Probleme. Sportdirektor Finke übernahm aufgrund des fatalerweise fehlenden Nachfolgers erst einmal selbst die Arbeit und liest dem Vernehmen nach aktuell jedes Interview erst einmal gegen. Der neue Pressechef wird parallel – typisch für den Verein – in einer öffentlichen Kampagne gesucht, bisher ohne Ergebnis.

Auch in der Personalpolitik der Mannschaft gibt es viele Baustellen. Die jüngste Posse um den anderen Ex-Kapitän Youssef Mohamad ist dabei ein pars pro toto: Angeblich verletzt war der Libanese doch in der Lage, in Dubai die sportmedizinische Untersuchung zu bestehen. Klar spart man jetzt eine Menge Gehaltskosten ein, aber auch hier stellt sich die Frage, warum diese Entscheidung jetzt fiel. Vor einigen Wochen, als ein Abschied schon einmal diskutiert wurde, hätte es mit Andreas Wolf oder Maik Franz passende Alternativen gegeben, die ihre Bundesligatauglichkeit über Jahre bewiesen haben und auch gerade bei schwierigen Spielsituationen Türme in der Schlacht sein können. Zudem waren beide ablösefrei zu haben. Jetzt sind Beide woanders untergekommen und man muss wieder in der portugiesischen Liga nach Muscheln suchen und hofft, dort wieder einen zweiten Geromel zu finden. Vielleicht klappt das Experiment, aber eigentlich ist in der Domstadt jetzt nicht die Zeit für weitere Experimente.

Damit auch heute wieder Öl ins Feuer gegossen wird, steht die Boulevardpresse in Köln natürlich auch parat: Aktuell meldet sich der beleidigte Thomas „Icke“ Hässler im Express-Interview zu Wort und sorgt für einen neuen Krisenherd. Über das Fan-Verhalten hat Christian Sprenger in seiner aktuellen Kickwelt-Kolumne alles gesagt und deswegen sparen wir uns das an dieser Stelle.

Wie schnell alles in Köln gehen kann, kann man vielleicht am Samstag wieder sehen. Sollte der ebenfalls aktuell leicht angeschlagene 1.FC Kaiserslautern geschlagen werden, gibt es sicherlich (nicht nur) einige Fans, die nach dem Schlusspfiff schon wieder von goldenen Zeiten im Europapokal träumen. So schnelllebig ist die Zeit in Köln und wir dürfen gespannt sein, wie es dort weitergeht.

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