Dr. Felix Brych, Mario Eggimann und eine ganze Menge sky

Kickwelt FlopBei den Flops der Woche wollen wir die Saison ebenfalls nicht mit dem „einen“ Flop beginnen, sondern haben mehrere teilweise subjektive Flops zusammengestellt:

Dr. Felix Brych: die Leitung des Spiels Hannover gegen Schalke hatte der FIFA-Schiedsrichter wie gewohnt im Griff, aber den Umgang mit Wasserbeuteln muss er noch einmal lernen. Im Video ist dabei neben dem Vorgehen des Münchners auch die Reaktion von Ron-Robert Zieler sehr amüsant.

Seinen Platz in den Jahresrückblicken dürfte er damit schon sicher haben. Das ganze wirkt viel authentischer als vermeintliche spontane Duschen mit den Rasensprengern. Der geneigte Leser weiß, was wir damit meinen.

Aus demselben Spiel schaffte es noch ein zweiter Kandidat in unsere Flop-Liste, nämlich Mario Eggimann. Der Schweizer ersetzte den Tunesier Karim Haggui mit Slomkas Begründung, dass der Ex-Karlsruher über große Kopfballstärke verfüge. Im direkten Duell mit dem 13 cm kleineren Lewis Holtby wurde Eggimann dann aber vorgeführt. Der Schalker setzte sich im „Luftkampf“ durch und war danach ebenso überrascht wie wohl auch Slomka, der auch schon glücklichere Entscheidungen traf.

sky: Man könnte eigentlich denken, dass bei sky in dieser Saison vieles noch besser laufen müsse. Namhafte personelle Neuzugänge sollten dafür sorgen. Wir haben in der vergangenen Woche allerdings einige Schwächen entdeckt:

1. Saisonprognose „Die nächste Saison ist immer die schwerste“

An zwei Tagen und insgesamt vier Stunden sendete sky eine Vorschau auf die neue Saison, die blass blieb und für keinen wirklich Fußballinteressierten Mehrwert bot. Im Gegenteil: Franz Beckenbauer machte mal schnell Thomas Tuchel zum „Ex-Co-Trainer“ von Jürgen Klopp und Ottmar Hitzfeld war sich nicht sicher, ob Olivier Occean jetzt von Augsburg nach Frankfurt gewechselt war oder nicht.

Dazu wollte sky wohl Filmkunden erfreuen, in dem man die Bruce Willis-Synchronstimme Manfred Lehmann als neuen Off-Sprecher hervor zauberte. In unseren Augen paßt dessen Stimme aber nicht zu einem Fußball-Bericht. Mal schauen, welche Wege man dort weiter geht – vielleicht taucht ja demnächst Manfred Winkens bei sky als Sprecher auf, den man als die „ulkige Stimme“ von TV total kennt. Es würde jedenfalls zum neuen sky-Weg passen. Bei „Mein Stadion“ hörten wir zuletzt ja auch schon die „Susi“ aus dem Herzblatt.

2. „Mädels-Montag“

Ein großes Problem hat sich sky selbst am Montag in der zweiten Liga geschaffen. Dort setzen der Pay-TV-Sender jetzt voll auf Frauenpower. Moderatorin Esther Sedlaczek ist ohne ihren „Papi“ Ulli Potofski so hilflos wie Engländer in der Regel beim Elfmeterschiessen.

Der Zuschauer merkt bei ihr zu oft, dass es sich um angelesenes Wissen handelt. Hier fehlt einfach zu oft der Background. Erkennen läßt sich das auch an der teilweise sehr gewöhnungsbedürftigen Aussprache – auch von deutschen Spielernamen.

Auch Ruth Hofmann muss sich Kritik gefallen lassen. Während der einzige Mann in der Riege – Kommentator Roland Evers – mehrfach den Kölnern nahe legt, nochmal im Sturm-Bereich personell nachzulegen, verpaßt es die sky-Fieldreporterin „Stani“ zu fragen ob sich bis zum Ende der Transferfrist doch noch etwas tut, als der die Schwächen in der Offensive anspricht. (vor allem, weil durch den Verkauf von Torwart Rensing jetzt wieder etwas Geld in der klammen Kriegskasse sein müsste).

Ruth Hofmann und ihre Kollegin Laura Wontorra (die zweite feste Fieldreporterin beim Montagsspiel) haben sicherlich Potential, aber man muss ihnen Zeit geben. Deshalb stellt sich die Frage, ob man hier nicht „zuviel kaltes Wasser ausgeschüttet“ hat mit deren Dauerbesetzung am Montag Abend.

Fazit: wenn sky wirklich versucht (wie in Anzeigen zu sehen) durch optische weibliche Reize Boden gegenüber Sport1 am Montag gutzumachen, dann hat man sicherlich mit Sedlaczek&Co. geeignetes Personal. Will man aber ein redaktionell hochwertiges Produkt an seine zahlenden Zuschauer bringen, sollte man hier nochmal gehörig nachschrauben.

3.“Samstag LIVE!“

Die sky-Eigenproduktion „Samstag LIVE!“ dürfte das größte Sorgenkind von Sportchef Burkhard Weber sein. Das Problem ist dabei nicht wie von vielen vorhergesagt Oliver Pocher – im Gegenteil, Pocher zeigt regelmäßig, dass er viel mehr kann, als ihm oft nachgesagt wird. Die Sendung hat zwei ganz andere Probleme: erstens ein nicht zu erkennendes Konzept und zweitens die Besetzung neben Pocher.

Zunächst einmal das Konzept: anstatt zu versuchen, ein Pendant zum aktuellen Sportstudio mit modernen Inhalten zu konstruieren, könnte man denken, dass man sich stattdessen eher an diversen RTL2-Produktionen orientiert. Seriös ist anders und innovativ ebenfalls.

Moderatorin Charlotte Engelhardt ist eine von vier weiblichen Co-Moderatorinnen von Oliver Pocher. Dazu kommen noch Johanna Klum und Bella Lesnik sowie (wie bisher) Jessica Kastrop. Wir wissen noch nicht wie sich Klum und Lesnik neben Pocher machen, Kastrop machte jedenfalls ihre Sache im Prinzip ganz gut oder um es mit Bild-Worten von letzter Woche zu sagen „solide“.

Was Engelhardt ablieferte hatte weder mit seriöser Unterhaltung noch mit Sportjournalismus zu tun. Nicht nur ihr knappes Höschen, sondern auch ihre Gesprächsführungen erinnerten eher daran, dass hier ein Remake von „Peep“ versucht wurde.

Jeder hat eine zweite Chance verdient, aber wir bezweifeln, dass den Verantwortlichen der Sendung noch lange Zeit gegeben wird und zwar vom Sender UND von Publikumsseite.

GD Star Rating
loading...

Ein Kommentar

  1. Michael Rensing wechselte ablösefrei und wurde nicht von Köln verkauft. Somit spart man sich max. dessen Gehalt, aber hat nicht mehr Kohle in der Kasse. Wenn ihr anderen Recherchemängel ankreidet, sollet ihr auch selber etwas besser nachstöbern.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*