„Mein Stadion“, sky

Kickwelt FlopWas wurde das Format „Mein Stadion“ hier und anderswo gelobt nach dem Start vor über einem Jahr. Die Bundesligavorschau auf Sky war das Format, dass dem Pay-TV-Sender noch fehlte. Jeden Donnerstag wurde kompetent und unterhaltsam aus der Münchener Kult-Kneipe „Stadion an der Schleißheimer Strasse“ aufs Bundesligawochenende vorausgeblickt. Das Format wirkte, als ob es Moderator Ulli Potofski wie auf den Leib geschneidert worden war. Auch sonst stimmte vieles, beispielsweise waren die Gespräche mit Wirt „Holle“ Britzius sehr unterhaltsam und auch Co-Moderatorin Esther Sedlaczek fand nach einigen Anlaufproblemen ihren Platz als „Sidekick“ von Potofski.

Wie aber oft bei Formaten, die von Kritikern gelobt werden, stimmte aber augenscheinlich die Quote zuletzt nicht mehr. Wohl auch deswegen entschloss man sich beim Fußballsender Nummer 1 in Deutschland direkt an zwei Stellschrauben zu feilen: Sendeplatz und Location.

Über die Verlegung des Sendeplatzes kann man geteilter Meinung sein. Wir denken, dass der Termin im Anschluss an das Freitagssspiel nicht schlecht gewählt ist und man kann vom „Flow“ des Spiels profitieren. Außerdem stehen noch mehr Infos über Aufstellungen usw. fest als einen Tag vorher. Kurzum: der neue Termin macht in unseren Augen Sinn und hat zu keiner Verschlechterung geführt.
Die Location macht in unseren Augen allerdings das Format kaputt, auch wenn die erste Sendung dafür noch nicht ausschlaggebend sein kann. Gastgeber war die Mönchengladbacher Fankneipe „Markt 26“. Potofski begrüßte dabei unter anderem die Gäste Wolfgang Kleff und Ewald Lienen. Während man bei den „alten Sendungen“ aus München noch von schöner Kneipen-Atmosphäre sprechen konnte, war es diesmal eine Atmosphäre, die man eher bei einer Mallorca-Reportage auf RTL2 hätte erwarten können. Nach dem Gladbacher Sieg waren nicht wenige der um Potofski (noch) stehenden Gäste offensichtlich schon stark angeheitert und nicht nur aus Freude wegen dem starken Spiel der eigenen Mannschaft. Es wirkte außerdem so, als würden die Gäste kaum Anteil am Geschehen der Sendung nehmen.

Potofski wirkte sichtlich verunsichert und Sedlaczek fragte sich bestimmt auch, wohin sie da geraten sei. Kneipen-Feeling kam jedenfalls nie auf, man fühlte sich eher wie in der Eingangshalle eines Bahnhofs. Der einzige Lichtblick in der Sendung war aus unserer Sicht Ewald Lienen, der zwar ständig nervös mit Schlösser-Bierdeckeln wedelte (Product Placement?), aber speziell in der Beurteilung von Philipp Lahm endlich mal klare Worte fand und dessen Leistung stark kritisierte.
Vielleicht gelingt es Sky, in den nächsten Wochen (diesen Freitag ist es die „Nordkurve“ in Hannover) bessere Lokalitäten zu finden. Aus unserer Sicht hat das allerdings nur Nachteile. In München wusste man, was man hatte, die Atmosphäre war perfekt und die Produktionskosten sollten im Vergleich zu dem jetzigen ständigen Wechsel auch geringer sein. Die Einschaltquoten waren dafür diesmal in Ordnung. Circa 50.000 Zuschauer sahen den Relaunch, aber wir bezweifeln, dass viele sich die Sendung in dieser Qualität noch öfters anschauen und schieben den Anstieg eben auf den besseren Sendeplatz.

Zusammenfassend kann man sagen, dass SPORT1, das gleichzeitig diese Woche ihren Fantalk mit Moderator Frank Buschmann wiederaufleben ließen, der klare Sieger war. Das lag aber wie geschrieben in erster Linie an der wirklich unpassenden Lokalität. Wir werden die nächsten Sendungen weiter beobachten und hoffen, dass man Potofski wieder die Rahmenbedingungen gibt, die er braucht, um eine gute Sendung zu machen.

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Keine Kommentare

  1. Ich fand die Sendung auch wirklich schlimm. So viele besoffene Gladbacher Chaoten sieht man sonst höchstens, wenn der Sonderzug zum Auswärtsspiel einfährt und die Alkoholiker aus dem Zug stürzen. In so einer Atmosphäre darf die Sendung nie wieder stattfinden.

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