Pokalversager-Teams

Kickwelt FlopAls Flop der Woche bietet sich diesmal eines der Pokalversager-Teams an. Da wir uns nicht entscheiden können, werden es einfach alle vier Erstligisten, die letztes Wochenende im Pokal die Segel streichen mussten. Die Niederlagen von Freiburg bei Unterhaching und Wolfsburg in Leipzig kann man noch am ehesten unter den Deckmantel „Pokal-Ausrutscher“ fallen lassen. Bei den beiden anderen Teams scheint allerdings mehr im Argen zu liegen.

Nehmen wir zunächst Bayer Leverkusen: das Team spielte 60 Minuten Klasse-Fußball, ließ sich dann aber noch eine 3:0-Führung aus der Hand nehmen. So etwas darf einem Erstligisten mit Titelambitionen gegen einen Underdog nicht passieren. Es passierte aber doch und woran lag es? Zunächst einmal an individuellen Fehlern in der Abwehr, wo besonders Adler-Ersatz David Yelldell herauszuheben ist, aber auch an der Ordnung im ganzen Spiel. Diese Ordnung ging mit den Wechseln in der zweiten Halbzeit verloren. Es wäre töricht, dieses Ausscheiden nur am Wechsel Ballack für Rolfes festzumachen, aber durch diesen Wechsel ging die Ordnung im Mittelfeld komplett verloren. Diese Situation gab es in der letzten Saison schon einmal: mit Vidal und Rolfes spielte Bayer oft sehr stark, ohne die Beiden fehlte eben genau die Ordnung und auch die Durchschlagkraft im Spiel. Vidal ist jetzt ohnehin weg und es bleibt abzuwarten, ob dieser Wechsel nicht viel nachteiliger für Bayer ist, als ohnehin schon gedacht. Dass jetzt René Adler bis mindestens Oktober ausfällt, macht die Sache nicht besser. Aber Bayer hat ja noch vier Wochen Zeit, um zu sehen, ob man Yelldell oder jetzt wohl den bei den Fans sehr beliebten Fabian Giefer zutraut, länger ein guter Ersatz für Adler zu sein. Alles in allem ist unser „Jammern“ bei Bayer auf einem sehr hohen Niveau, das Team besitzt eine große und auch breite Klasse. Aber wenn an den Schlüsselpositionen im Tor, in der Innenverteidigung und im zentralen Mittelfeld in den nächsten Wochen keine Besserung einkehrt, könnte man das Ziel „ganz oben mitspielen“ vielleicht schneller nach unten korrigieren, als es Wolfgang Holzhäuser und Kollegen lieb ist.

Bei Werder Bremen sieht es ähnlich aus, nur auf einem Niveau eine Klasse darunter, denn auch hier ging mit Torsten Frings ein Spieler, der trotz seines Alters enorm wichtig war für das Team. Auch wenn es im letzten Jahr ohnehin schlecht lief für die Hansestädter, war Frings immer der Chef auf dem Platz. Dieser Platz ist in unseren Augen jetzt erst einmal verwaist. Dazu kommen eklatante Abwehrprobleme: Neuzugang Andreas Wolf offenbarte bei einem der Gegentore das Problem, das auch Mertesacker und Silvestre haben: Beide wirken oft sehr hüftsteif und sind auch nicht die schnellsten. Mertesacker feierte zwar in dieser Woche sein Comeback, aber ihm wird auf jeden Fall zunächst einmal Spielpraxis fehlen und außerdem ist laut verschiedenen Medienberichten ein Wechsel nach England bis Ende des Transferfensters immer noch ein Thema. Für uns steht Werder Bremen vor einer sehr schwierigen Saison. Sollte nicht ein Wunder geschehen oder Willi Lemke nicht doch noch einmal den Geldhahn öffnen wollen, wird es für die Grün-Weißen vielleicht noch schwerer als die letzte Saison, in der man sich ganz kurz vor Ende vor dem Abstieg rettete.

GD Star Rating
loading...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*