Steffen Simon, ARD

Kickwelt FlopSelten nehmen wir bei der Bundesligaberichterstattung die öffentlich-rechtlichen Sender in den Fokus, da man bei Sky einfach komplett und qualitativ hochwertig bedient wird. Die mit Werbung aufgeblähte Sportschau ist für uns redaktionsintern jedenfalls schon seit Jahren ein „No-Go“. Da wir hier das ZDF oft (berechtigt) kritisieren, ist heute einmal ein Kollege der ARD dran: Steffen Simon ist unser „Flop der Woche“.

Der Sportchef des WDR fiel schon öfters negativ auf. Nach seinen Auftritten als Kommentator bei Live-Spielen wird in den sozialen Netzwerken regelmäßig kaum ein gutes Haar an ihm gelassen. Bei einer Podiumsdiskussion verkündete der gebürtige Berliner, dass der FC Bayern keine Fans hätte, sondern nur Sympathisanten, weil diese angeblich nicht wissen würden, was zu einem richtigen Fan-Dasein dazugehört.

Aber genug dazu, Simon ist nicht deshalb „Flop der Woche“, sondern wegen seines Kommentars bei der Zusammenfassung des Spiels Schalke 04 gegen den Hamburger SV am letzten Sonntag in den dritten Programmen. Neben einigen kleineren Dingen (zum Beispiel verkündete er bei Schalke zu Beginn, dass neue Leute von Anfang an spielten, wer dafür draußen blieb, erfuhr man viel später in einem Nebensatz) kam es zu einer in unseren Augen ungeheuerlichen Bemerkung: Heiko Westermann, der bei einem Tor in der Tat schlecht aussah, wurde von Simon wie folgt verbal bestraft: „Heiko Westermann mit einem groben Fehler. Eigentlich möchte er ja noch zur EM, aber daran glaubt wohl nur noch seine Mutter“ (frei zitiert).

Egal ob Westermanns Chancen (zu recht) schlecht stehen, darf sich ein ARD-Kommentator solch eine persönliche Diffamierung nicht erlauben. Aber Polemik gehört eigentlich sehr häufig zu Simons Werkzeugen. Neben dem hölzern wirkenden Erzeugen von künstlicher Spannung wird der gebürtige Berliner in seinen Reportagen gerne persönlich beleidigend, ohne selbst den Überblick zu behalten.

Nebenbei soll bemerkt werden, dass auch Sky-Mann Marcel Reif diese Woche beim Spiel FC Bayern gegen Basel keinen guten Tag hatte. Unter anderem merkte er bei einem vermeintlichen Basler Tor erst Sekunden später, dass das Tor gar nicht gegeben wurde, als es wohl nicht nur jeder im Stadion, sondern auch jeder im TV schon lange begriffen hatte. Dazu kamen auch viele Verwechslungen. Der Unterschied von Reif zu Leuten wie Simon ist allerdings, dass Reif immer noch über naturgegebene Eloquenz verfügt, wo ihm viele nicht das Wasser reichen können. So würde es für Reif leistungsgerecht bei ARD und ZDF immer noch zu einem Top-Posten als Kommentator reichen, bei Sky haben ihn einige Leute überholt. Nicht zu Unrecht darf zum Beispiel Kai Dittmann mittlerweile die meisten Spiele der Woche kommentieren.

Diese „Probleme“ hat Steffen Simon gar nicht, denn als Sky-Kunde muss man ihn normalerweise gar nicht ertragen – es sei denn es ist EM, aber dieses Thema hatten wir ja erst vorletzte Woche an dieser Stelle. Zwischen ARD und ZDF gibt es hier allerdings einen gewaltigen Unterschied. Während wie erwähnt beim ZDF fast die komplette Fußball-Redaktion (Jochen Breyer und Boris Büchler sowie Michael Steinbrecher mal ausgenommen) diskussionswürdig ist, gibt es in der ARD doch noch einige Lichtblicke mehr, gerade auch im Kommentatorenbereich, wo Tom Bartels und Gerd Gottlob zumindest solide Arbeit machen. Im Moderationsbereich trennen ARD und ZDF durch gute Leute wie Matthias Opdenhövel und Gerhard Delling Welten. Will man allerdings bei der EM Steffen Simon als Kommentator eines Deutschlandspiels aus dem Weg gehen, bleiben einem nur zwei Varianten: Ton aus oder ab in die Ukraine.

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2 Kommentare

  1. Simon wird oft zurecht kritisiert, aber diese Bemerkungen finde ich lustig und gut. So sollte es öfter zugehen. Und zu Reif. Naja, der hätte vielleicht besser bei der Bitburger Pils Werbung bleiben sollen. Wer der ans Mikro gelassen wird, dann schalte ich auf Stadionton um.

  2. So schlecht der Typ auch als Kommentator ist, mit dem was im zweiten Absatz steht hat er 100% recht.

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