Thomas Tuchel, FSV Mainz 05

Kickwelt FlopDer Flop der Woche wird diesmal ein „Wiederholungstäter“ sein, mit dem wir klarmachen wollen, wie prekär die Lage aktuell beim FSV Mainz 05 ist. Deren Trainer Thomas Tuchel erhält zum zweiten Mal in dieser Saison den Wochenpreis. Neben dem erneuten sportlichen Misserfolg (mittlerweile neun Spiele ohne Sieg), zeigte sich erneut Tuchels Probleme im Umgang mit (auch berechtigten) Entscheidungen gegen sein Team.

Sicherlich ist ein unbedingter Siegeswillen auf den ersten Blick eine sehr wichtige Charaktereigenschaft eines Bundesligatrainers, aber Tuchel überschreitet die Grenze zum Jähzorn in unseren Augen regelmäßig. Jede Entscheidung gegen das eigene Team wird am Seitenrand wie ein Rumpelstilzchen kommentiert und Wutausbrüche nach Niederlagen zeugen nicht vom Vorbild-Charakter, den gerade junge Trainer auch beachten sollten.

Beim letzten Mal hatten wir Tuchels Rotationsprinzip als einen der Gründe für den Misserfolg ausgemacht. Was beim Höhenflug der letzten Saison klappte, ist in unseren Augen in dieser Saison ein Hauptgrund für den Misserfolg. Kaum ein Spieler hat einen Stammplatz. Klar wurden vor dieser Saison zahlreiche Leistungsträger abgegeben, aber entweder verfügen die neuen Spieler wirklich nicht über die nötige Qualität oder sie bekommen nicht die Chance, diese Qualität über einen längeren Zeitraum zu zeigen. Die beiden besten Beispiele dafür ist der aus Aachen gekommene Zoltan Stieber. Letztes Jahr war der Ungar einer der absoluten Topspieler der zweiten Liga und spielte auch eine sehr gute Vorbereitung – genau wie seine beiden Kollegen Anthony Ujah (kam aus Schweden von Lilleström SK) und Talent Yunus Malli (kam aus Gladbach). Stieber zeigte sehr gute Ansätze, aber in den letzten Spielen stand er nicht einmal im Kader. Spieler wie Risse, Polanski, Caliguiri, Baumgartlinger, Choupo-Moting oder Allagui (die Liste ließe sich noch fortführen) pendeln dagegen ständig zwischen Bank und Startelf. Selbst nach guten Spielen, kann sich beim FSV kein Spieler sicher sein, beim nächsten Spiel wieder von Anfang an aufzulaufen. Wie soll ein Spieler da die Basis für das nötige Selbstvertrauen haben, ohne das dauerhafter Erfolg nicht möglich sein kann.

Der Gipfel dieses „Wechselwahns“ fand am letzten Samstag statt. Torwart Heinz Müller, der in dieser Saison einer der ganz wenigen Spieler mit Normalform bei den 05ern war, wurde durch Christian Wetklo ersetzt. Wetklo war im Pokalspiel in Hannover durch seinen gehaltenen Elfmeter gegen Ya Konan der Matchwinner. Dieser in unseren Augen im Pokal akzeptable Torwartwechsel wurde dann aber von Tuchel drei Tage später auch in der Bundesliga fortgesetzt. Damit nimmt man der Mannschaft die letzte Konstanz.

Offen wird im Mainzer Umfeld noch nicht über eine Ablösung von Thomas Tuchel gesprochen, aber wir denken, dass ein Trainerwechsel hier wirklich Sinn machen könnte. Wie wurde am Samstag in der sky-Expertenrunde so schön von Jon-Aage Fjörtoft und auch Markus Merk angemerkt: Es ging bisher immer nach oben bei Jungtrainer Tuchel und jetzt muss er zeigen, dass er auch mit Rückschlägen umgehen kann. Ob und wie er das macht, werden die nächsten Spieltage zeigen. Vielleicht geht es aber auch ganz anders und im Mainzer Präsidium wird schon überlegt, die Reißleine zu ziehen. So geschah es auch mit Tuchels Vorgänger Jörn Andersen. Dieser schaffte als Klopp-Nachfolger den erneuten Aufstieg die Bundesliga, musste dann aber schon in der Vorbereitung gehen, weil das Klima im Team nicht zu stimmen schien.

Wir können uns aktuell nicht vorstellen, dass das genau das Klima jetzt in Ordnung ist und warten gespannt die nächsten Wochen ab.

GD Star Rating
loading...

Keine Kommentare

  1. Mainzelmännchen

    Tuuuuuuchel ist der beste Trainer der Welt! Er hat in Mainz nach Kloppo wieder
    eine starke Truppe aufgebaut, die jede Mannschaft schlagen kann.
    Selbst kann ich oft auch nicht verstehen wieso er immer rotiert aber der Erfolg
    gab ihm letzte Saison und jetzt wieder Recht. Dennoch finde ich das dieses
    Jahr die Qualität im Team fehlt wie der Bericht auch richtig erwähnt und sodass das System von Tuchel nicht aufgeht. Letztes Jahr waren noch Holtby,
    Schürle, Fuchs da die wirklich am besten waren. Dieser Verlust ist definitiv
    nicht zu kompensieren, daher sollte Tuchel dieses Jahr weniger rotieren
    und lieber auf Leistungsträger setzen um ihnen Selbstvertrauen zu geben,
    je schneller er es merkt desto besser für ihn und das Team. Seine Sturrheit
    ein Team aufs Feld zu schicken, die wieder komplett rotiert wurde könnte
    verherrende Folgen für Mainz diese Saison haben. Aber warten wir es ab…

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*