TV-Flops der Saison

Kickwelt FlopIm Medienbereich gibt es neben viel Licht, natürlich auch viel Schatten. Wir möchten betonen, dass die im folgenden „Gescholtenen“ natürlich rein subjektiv von der Kickwelt-Redaktion beurteilt worden sind. Im Endeffekt ist vieles natürlich auch Geschmackssache, gerade wenn es um den Stil einer Moderation oder eines Kommentators geht. Auch ist niemand unfehlbar, aber jeder, der seinen Kopf oder zumindest seine Stimme öffentlich im Fernsehen präsentiert, sollte über ein gewisses Grundwissen verfügen, was wir teilweise vermissen. Wie bei den Tops, möchten wir auch bei den Flops das Ganze in verschiedenen Kategorien darstellen:

Kommentatoren:

In dieser Kategorie könnten wir einige Namen nennen. Wir möchten dabei zunächst dem Ergebnis der Kickwelt-Abstimmung Rechnung tragen und mit Jürgen Schmitz (Sky), Martin Quast und Erich Laaser (beide LIGA total!) die Kommentatoren auf den letzten drei Rängen im Kickwelt-Voting erwähnen.

Redaktionsintern haben wir uns auch nicht auf einen Namen einigen können, deswegen möchten wir an dieser Stelle Namen nennen, die uns in der abgelaufenen Saison in Bundesliga und DFB-Pokal bzw. Nationalmannschaft besonders negativ aufgefallen sind: Steffen Simon (ARD) sowie das Duo Bela Rethy und Wolf-Dieter Poschmann vom ZDF. Wenn einer der drei am Mikro sitzt, gibt es regelmäßig Alarm in den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook und in unserer Redaktion. Den gibt es zwar auch bei Sky-Chefkommentator Marcel Reif, aber bei diesem gibt es wenigstens eine Diskussion mit unterschiedlichen Meinungen. Bei den drei von uns Genannten ist man sich einig: Man möchte sie einfach nicht hören. Alle drei kommentieren in einem sehr gewöhnungsbedürftigem Stil, bei Simon und Poschmann kommen dazu regelmäßig inhaltliche „Böcke“ dazu, während Rethy gerne mit sinnlosen Statistiken aufwartet. Dazu fehlt bei allen drei die Nähe zu den Fans, was ganz klar in den Reaktionen ebendieser klar wird.

An dieser Stelle soll auch noch etwas Anderes erwähnt werden: Wir finden es gut, wenn Kommentatoren öffentlich bekunden, dass sie Fans eines bestimmten Vereins sind, aber das sollte sich nicht in den Reportagen widerspiegeln. Michael Born (Sky) ist in unseren Augen ein richtig guter Kommentator, man sollte den Hamburger aber nie zu einem Spiel eines seiner beiden Stadtclubs einteilen. Regelmäßig gehen ihm dann nämlich die Gäule durch in Sachen Objektivität. Da werden zum Beispiel in der ersten Minute rote Karten für Allerweltsfouls gefordert oder Spielverläufe werden komplett verdreht dargestellt.

Moderatoren:

Im Bereich Moderatoren gibt es eine unangefochtene Titelverteidigerin: Katrin Müller-Hohenstein wird auch nach dieser Saison der Moderations-Flop. Neben vielen inhaltlichen „Klöpsen“ missfällt uns vor allem ihre Gesprächsführung mit Interviewgästen. Das ZDF scheint das mittlerweile ähnlich zu sehen. In der Crew der Champions League sucht man die Münchnerin bisher vergeblich. Neben Oliver Welke soll dort ab September auch Jochen Breyer eingesetzt werden. Das Schlimme an den Auftritten von „KMH“ ist auch, dass Oliver Kahn, der sicherlich Potenzial hätte, mit verschenkt wird.

Field-Reporter:

Hier könnte man viele Namen nennen, die uns aufgrund ihrer Gesprächsführung missfallen. Besonders die ARD hat hier gerade bei ihren „Top-Leuten“ wie Ralf Scholt oder Jürgen Bergener Reporter, die Fragen nach dem Schema F vortragen. Was leider viel zu oft passiert, ist, dass nicht auf Antworten der Interviewten eingegangen wird und damit kein richtiges Gespräch zustande kommt. Auch Sky hat hier besonders in der zweiten Reihe einige Probleme.

Frauen im TV:

Wir hätten natürlich wieder Katrin Müller-Hohenstein als Flop nehmen können, aber wir sehen noch eine andere Kandidatin, die in letzter Zeit sehr gehypt wurde und eben diesen Hype können wir nicht nachvollziehen. Esther Sedlaczek ist für uns die „Flopperin“ der Saison. Zu Beginn gefiel sie uns allerdings sehr gut. Gerade als Moderatorin an der Seite vom alten Hasen Ulli Potofski nutzte sie ihre (auch optischen) Stärken, aber sobald es in den „direkten Kontakt“ mit Gesprächspartnern geht, merkt man, dass es nicht reicht, wenn man das Bundesligageschehen erst seit zwei Jahren intensiv verfolgt. Legendär bleibt dabei ihre Frage an Stefan Reuter, wie gut er Franz Beckenbauer kennen würde. Auch wenn sie zum Zeitpunkt des WM-Siegs 1990 erst vier Jahre alt war, sollte so etwas spätestens in der Vorbereitung auf den Gesprächspartner im Hinterkopf sein.

Zwischenzeitlich konnte man Sedlaczek drei bis viermal pro Woche on air sehen und einige warteten schon drauf, dass man sie beim CL-Finale sogar als Hauptmoderatorin bestaunen konnte. Dazu kam es natürlich am Ende nicht und nachdem sie im CL-Halbfinale noch als VIP-Reporterin unterwegs war und unter anderem Jogi Löw interviewen durfte, blieb sie bei den beiden letzten Highlight-Spielen komplett außen vor.

Wir denken, dass diese Entscheidung richtig war und wir wollen auch nicht zu viel gegen Sedlaczek schießen. Sie hat sicherlich ihre Stärken als Moderatorin und die sollte man auch weiterhin nutzen, aber man sollte sie behutsam aufbauen. Sie selbst muss noch viel an sich arbeiten, weniger an ihrem Stil, aber mehr in der inhaltlichen Vorbereitung auf Sendungen. Wir werden das auf jeden Fall hier kritisch weiter beobachten, aber im Moment ist sie in unseren Augen klare Nummer 3 bei Sky hinter Anna-Sara Lange und Jessica Kastrop. Letzterer möchten wir auch noch einen „kleinen“ mitgeben. Die Bierdusche beim Pokalfinale wirkte inszeniert, aber ihr Ziel, damit wieder in die Bild-Zeitung (ihr ehemaliger Arbeitgeber) zu kommen, erreichte sie schon einen Tag später damit. Wir denken, dass Jessica Kastrop eine gute Moderatorin ist, aber ähnlich wie ihr Samstag LIVE!-Partner Oliver Pocher versucht sie leider viel zu oft, mit anderen Themen aufzufallen oder zu überzeugen als mit seriöser Arbeit. Das hat Jessica Kastrop auch gar nicht nötig und das sollte sie sich zu Herzen nehmen.

Experten:

An dieser Stelle möchten wir ein Trio als die „Flops der Saison“ küren: Ottmar Hitzfeld (Sky), Franz Beckenbauer (Sat1 und Sky) und Mario Basler (Sport1). Fangen wir bei Letzerem an: Niemand anders agiert polemischer und plumper in seinen Aussagen als „Super-Mario“. Damit passt er zwar perfekt in den Stammtischtalk beim Doppelpass, aber mit „Expertentum“ hat das nix zu tun. Dazu sind Baslers Prognosen oft so präzise wie die Wettervorhersage in zwei Monaten.

Die beiden anderen Herren sind wohl die beiden bestbezahlten Experten im deutschen Fernsehen überhaupt. Beide haben große Verdienste im deutschen Fußball, aber sind in unseren Augen das Geld nicht (mehr) wert. Während man von Lehmann, Sammer und Co fundierte Analysen bekommt und Insiderinfos erhält, widersprechen sich die beiden anderen Herren gerne teilweise innerhalb von zwei Sätzen selbst.

Kritisiert werden soll an dieser Stelle auch die Experten-Runde beim Topspiel am Samstagabend bei Sky. Der Norweger Jan Aage Fjörtoft verfügt sicherlich über einen gewissen Unterhaltungswert, aber hier mangelt es in unseren Augen oft an aktueller Kompetenz. Steffen Freund fehlt auf der anderen Seite jeglicher Unterhaltungswert. Jeden zweiten Satz mit „Ich als Trainer“ zu beginnen, ist mittlerweile sehr abgedroschen. Unser Wunsch an Sky: Hier sollte man wie beim Pokalfinale geschehen auf jeden Fall öfters auf Jens Lehmann setzen, ggf. im Wechsel mit Matthias Sammer.

Flop Sender:

An dieser Stelle hätte man sicherlich auch das ZDF nennen können aufgrund von den oben beschriebenen Punkten, aber wir haben uns diesmal für LIGA total! entschieden. Warum? Weil das Projekt gescheitert ist. Zum einen, weil es in den letzten Jahren nicht gelang, die Abo-Zahlen entscheidend nach vorne zu bringen und zum zweiten, weil zum Ende der nächsten Saison der Stecker ohnehin raus ist.

Das ist sicherlich bitter für viele gute Leute, die es dort zu hören gibt. Aber gute Kommentatoren wie Uwe Morawe, Frank Buschmann, Hansi Küpper, Oliver Forster, Holger Pfandt, Jonas Friedrich, Markus Höhner oder auch Wolff Fuss (wenn er wieder so wie zu alten Sky-Zeiten kommentiert) werden sicherlich auch wieder woanders unterkommen, vielleicht ja schon früher als man denkt. Sky dürfte schon jetzt großes Interesse haben, sich bei den hier erwähnten Top-Leuten zu bedienen.

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