Willy Demeyer, Bürgermeister von Lüttich

Kickwelt FlopDer Name Willy Demeyer (auf dem Foto rechts neben Belgiens Torwart-Legende Michel Preud´homme) dürfte vielen Lesern erst einmal nichts sagen, aber der Bürgermeister und Polizeichef vom belgischen Lüttich in Personalunion ist seit dieser Woche vielen ein Begriff und der heißt eben Willy Demeyer.

Dass bei Europapokalspielen Repressalien gegen die Auswärtsfans verhängt werden, ist nichts Neues. Der Provinz-Fürst Demeyer hat allerdings vielen seiner Vorgänger noch eins vorgemacht. Aufgrund von Ausschreitungen beim Spiel vom Heimverein Standard Lüttich beim Europa-League-Spiel gegen den FC Zürich sah man sich in der Wallonie gezwungen, nun an Hannover 96 ein Exempel zu statuieren. Dass die Fanbusse der 96-Anhänger sich an der deutschen Grenze sammeln mussten, gab es bei Spielen in Benelux schon öfters. Aber dass niemand die Stadt betreten durfte, ist schon eine Einschränkung der Bürgerrechte – zumal die 96-Fans zum Beispiel in Kopenhagen bewiesen, dass sie sich sehr wohl benehmen können. 12.000 „Rote“ sorgten in Dänemarks Hauptstadt für eine tolle Stimmung und es bleib weitgehend friedlich. Diesmal konnten aufgrund der Kartenzuteilung nur knapp 2.000 96-Fans ein Ticket ergattern und die mussten einiges über sich ergehen lassen. Das Stadion erreichten einige erst circa 10 Minuten vor dem Anpfiff und danach sorgte das eigene Team trotz des Weiterkommens auch nicht für viel Freude.

Auch nach dem Spiel gingen am Mittwoch die Schikanen weiter. Anstatt die abreisewilligen Hannoveraner auf den Busparkplatz zu lassen, wurden diese noch ohne Grund ewig im Block festgehalten. Dadurch entstanden dann die heute überall gemeldeten Zusammenstöße mit der belgischen Ordnungsmacht. Nach unseren Infos waren diese Auseinandersetzungen weit härter als gemeldet, aber sogar der UEFA-Sicherheitschef ergriff Partei für die Gäste aus Deutschland und tadelte das restriktive Eingreifen unter Demeyers Befehl.

Keine Regel entsteht natürlich ohne Ausnahme – parallel zu den treuen Fans in den Fanbussen, durften ein paar wenige 100 „VIP-Fans“, die ein Gold-Paket gebucht haben, einen der schönsten Weihnachtsmärkte Belgiens besuchen. Wahrscheinlich wurde beim Stadtrundgang sogar „Demeyers Castle“ besichtigt. Unter den „normalen“ Fans wurde nun sogar diskutiert, die Missituation nicht zu akzeptieren und die Stadt Lüttich zu verklagen. Wir sind gespannt, wie es weitergeht und wünschen Herrn Demeyer demnächst mal irgendwann einen Gegner in der Stadt, bei dem sich dieser Aufwand auch rentiert.

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