Wolf Dieter Poschmann, ZDF

Kickwelt FlopBeim Flop der Woche müssen wir erneut ein „ZDF-Fass“ aufmachen. Wolf Dieter Poschmann bewies in seinem Beitrag im aktuellen Sportstudio am Samstag, wie sehr Medien Tatsachen verrücken können. Hier ist aus unserer Sicht sogar ein Vorsatz zu erkennen. Der ehemalige Leichtathlet Poschmann durfte am Samstag vom Spiel Schalke gegen Nürnberg berichten. Da das Spiel wohl nicht so sehr viel hergab, suchte sich der Eisschnelllauf-Experte wohl eine Story abseits des Platzes. Die fand er dann beim aktuellen „Mode-Thema“ Fankrawalle. Poschmann berichtete von „Unruhestiftern“ unter den Club-Fans, die angeblich nach der Niederlage den Teambus belagerten. Anstatt diese „Ausschreitungen“ im Bild zu belegen, zeigte der 51-Jährige ein paar Bilder von Fans, die friedlich die Heimreise vom Stadion antraten.

Was wirklich geschah: Natürlich waren die mitgereisten Nürnberger Fans nicht erfreut über die Niederlage, aber von Ausschreitungen konnte bis auf Poschmann niemand nach dem Spiel berichten. Kapitän Raphael Schäfer sprach sogar mir einigen Fans und erntete dafür Beifall der Menge. Alles in allem handelte es sich um eine vollkommen friedliche Aktion.

Aber immerhin hatte Poschmann seine Story, wenn auch ohne jeden Beweis. Bezeichnend ist auch, dass selbst sport1, die nicht unbedingt für ihre Seriösität bekannt sind, die Ereignisse einen Tag später ins rechte Licht rückte. Wir hoffen sehr stark, dass die „Mär der bösen Fans“ auch bei der Redaktionskonferenz der ASS-Redaktion auf dem Tisch lag und Poschmann dafür zur Rechenschaft gezogen wird. Spieler, Trainer und sogar Schiedsrichter werden regelmäßig für Vergehen bestraft, warum nicht auch mal Kommentatoren. Zwei bis drei Wochen Pause wäre eine vertretbare Strafe. Vielleicht sollte sich Poschmann auch einfach auf die Sportarten konzentrieren, von denen er etwas versteht. Schon in zwei Wochen startet eben der Eisschnelllauf-Weltcup im holländischen Heerenveen und danach gibt es noch insgesamt 11 Wochenenden, an denen irgendwo in der Welt auf den Kufen gekreist wird. Da das ZDF die Hälfte der Wettkämpfe zeigen dürfte, besteht also für die Fußballfans die Hoffnung auf mindestens sechs „poschmannfreie“ Fußballwochenenden.

Kleine Ergänzung: Sollte Poschmann für den Bericht nicht intern gerügt werden, ist es ein neues Beispiel für das Verdrehen von Tatsachen, die aktuell im Gange sind. Fakt ist, dass es keine Gewaltzunahme beim Fußball gibt, einzig die mediale Berichterstattung nimmt sich immer mehr diesem Thema an und Poschmanns Story ist (leider) nur ein Beispiel von vielen, was wir uns jetzt allerdings einmal herausgegriffen haben, auch weil es nicht der erste Aussetzer des „Sport-Chefreporters“ ist.

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