ZDF-Fußballredaktion

Kickwelt FlopBisher gelang es nicht vielen, bei kickwelt den Titel „Flop der Woche“ zum zweiten Mal zu bekommen, aber die ZDF-Fußballredaktion hat in den letzten beiden Länderspielen einiges dafür getan, um wieder „gekürt“ zu werden.

Die beiden EM-Quali-Spiele haben einmal mehr gezeigt, dass die öffentlich-rechtlichen Sender und diesmal insbesondere das ZDF zwar mit großem Aufwand die Spiele präsentieren, dabei aber viel weniger rauskommt als bei den Kollegen vom Pay-TV (sky und LIGA total!). Der Faden zieht sich dabei quer durch alle Bereiche. Katrin Müller-Hohenstein und Béla Rethy wurden hier schon beim letzten Mal hinreichend „gewürdigt“. Beide sind in unseren Augen ihren Aufgaben nicht gewachsen. Réthy langweilt durch seine alten Geschichten und nervt durch ständige falsche Aussprachen von Spielernamen. Müller-Hohenstein moderiert steif wie immer und bewies letzten Freitag, dass auch die Geografie nicht ihre Stärke ist (Astana/Alma-Ata).

Nachdem bisher noch „Welpenschutz“ für Experte Oliver Kahn bestand, muss nun auch langsam mal seine Position hinterfragt werden. Das er am Freitag nach dem Türkei-Spiel den kasachischen Nationalspieler Heinrich Schmidtgal aus Oberhausen nicht kannte, ist vielleicht noch verzeihbar. Als er aber von seiner „Partnerin“ KMH auf Dietmar Constantini angesprochen wurde und Kahn öffentlich zugab, dass er den Trainer der österreichischen Nationalelf nicht kennt, ist schon mehr als peinlich und eines TV-Fußball-Experten absolut unwürdig. Sicherlich hat es Kahn auch sehr schwer, wenn er neben sich quasi „ständigem Nebel“ ausgesetzt ist. Allerdings macht der Versuch, sich auf eine Stufe mit Müller-Hohenstein zu stellen, die Sache nicht besser. Vielleicht hat Kahn sich in dem Moment auch nur gedacht: wenn „die“ die österreichische Flagge nicht kennt, muss ich auch nicht den österreichischen Trainer kennen.

Soweit zum Freitag. Am Dienstag in Kasachstan konnte man sich zunächst als „GEZ-Mitglied“ freuen, dass man nicht mit der schweren „Artillerie“ über den Ural gereist war, sondern nur einen kleinen Tross dorthin schickte. KMH und Kahn versuchten aus dem fernen Mainz ihre Analysen zu ziehen. Kahn hatte wohl nach dem deutschen Spiel frei, aber was hätte er auch bei den anderen Spielen helfen sollen, es spielte ja z. Bsp. auch Österreich…
Einige twitter-User freuten sich zu Spielbeginn schon, dass diesmal Réthy auf einen kasachischen Länderpunkt in seiner Sammlung verzichtete (vielleicht hat er den auch schon und es ist uns durchgerutscht). Stattdessen durfte Nachwuchsmann Oliver Schmidt wieder mal ran. Diese Freude konnte aber nur bei denen geherrscht haben, die bei der WM nicht „seine“ Spiele gesehen haben, denn Schmidt zeigte wieder mal sein Gesicht: stets bemüht, insgesamt aber farblos und langweilig. Allerdings ist das zu wenig, wenn man ein deutsches Länderspiel kommentiert.
Normalerweise würden wir bei Boris Büchler eine Ausnahme machen, wenn es um harte Kritik ging, aber auch er schien nach dem Spiel von der Rolle. Im Gespräch mit Löw hätte man denken können, dass KMH die Fragen vorher souffliert hätte.

Danach durfte dann die Nummer 3 der Mainzelmännchen ran: Thomas Wark beim Spiel Schottland gegen Spanien. Treffender als twitter-User blogHSV könnte man es nicht formulieren „Thomas Wark öffnet mal wieder die Schandfibel des Kommentierens.“ Die spanischen Spieler wurden fast alle falsch ausgesprochen, der Elfmeter wurde erst erkannt, als er fast schon ausgeführt war und auch sonst hätte man denken können, dass Wark irgendwie nicht richtig anwesend war.
Eine weitere Kleinigkeit im ZDF-Desaster-Puzzle des Abends bestand noch darin, dass man offensichtlich nicht die technischen Möglichkeiten hatte, die grafischen Einblendungen des übertragenden Senders sky sport UK auszufiltern. Deshalb erfuhr der gemeine ZDF-Zuschauer neben Zwischenständen von anderen Spielen auch die Hinweise auf die Übertragungen am kommenden Wochenende in der Premier League. Immerhin waren danach zur Ehrenrettung der Redaktion die Zusammenfassungen der anderen Spiele ohne große Fehler und solide zusammengestellt.
Als Fazit bleibt aber mal wieder das Übliche: Sender wie ARD und ZDF geben richtig viel Geld für Fußballrechte aus, sparen das Geld aber dann am Personal bzw. setzen auf die falschen Pferde. Wenn man sieht, welche guten Leute z. Bsp. bei sky oder LIGA total! teilweise nur zweite Liga kommentieren dürfen, dann darf man schon fragen, welche Legitimation Réthy, KMH und Co. haben. Einen ganz großen Denkzettel bekamen ARD und ZDF letzte Woche auch noch beim Fernsehpreis. Die Jury kürte die RTL-Fußballredaktion als die Beste bei der WM-Berichterstattung in diesem Jahr. Alleine Experte Klopp im Duett mit Jauch konnte damit die ganzen ÖR-Leute „in den Sack stecken“, umso schlimmer, dass die Jury hauptsächlich aus nicht gerade Fußball-Experten bestand.

GD Star Rating
loading...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*