74 Millionen Menschen

Kickwelt TopUnser „Top der Woche“ ist diese Woche nicht eine Person, sondern gleich 74 Millionen Einwohner aus Deutschland! Nämlich die, die sich am Dienstag Abend etwas anderes vorgenommen hatten, als sich das Testspiel gegen Australien anzuschauen.

Schon vorher wurde „geunkt“ (unter anderem von Bayern-Präsident Uli Hoeneß), welchen Sinn ein solches Spiel zu diesem Zeitpunkt macht. Aber unabhängig davon, war das Trauerspiel, dass dabei herauskam, alles andere als sehenswert. Mehr gibt es dazu auch gar nicht zu sagen, denn diese Partie hatte außer für Trainer Löw und einigen jungen Spielern keinen großen Mehrwert und kann getrost als vertane Zeit abgetan werden.
Anders als unser Kolumnist Christian Sprenger meinen wir sogar, dass es auch gut war, ein solches Spiel erst so spät anzupfeifen, anders hätten wohl noch mehr Menschen (insbesondere Kinder) ihre Zeit vergeudet oder hätten wohlmöglich am nächsten Tag in der Schule Leistungsausfälle durch Müdigkeit zu beklagen.

Die circa 30000 Zuschauer im Stadion hatten allerdings einen entscheidenden Vorteil gegenüber den TV-Zusehern! Sie konnten das Spiel ohne Kommentator anhören und doch den Stadionton mitbekommen, denn unseres Wissens gibt es beim ZDF keine Option „Stadionton“. Die wäre am Dienstag auf jeden Fall sehr hilfreich gewesen, denn was der ZDF-Kommentator an (Nicht-)Leistung anbot, war schon bemerkenswert schlecht. Béla Rethy hatte zwar diesmal Pause, aber das Zweite Deutsche Fernsehen hat ja immer noch gleichwertig (schlechten) Ersatz parat.
Aus dem Trio Poschmann-Wark-Schmidt durfte diesmal letztgenannter ran. Oliver Schmidt, dessen Vor- und Nachname wie seine Stimme sind: beliebig und austauschbar. Notizen und Statistiken werden zusammenhanglos aneinandergereiht und der Redaktionsleiter des „Aktuellen Sportstudios“ (das Amt hat Schmidt seit November 2010 inne) hatte wohl auch in der Vorbereitung Urlaub, jedenfalls ist die Formulierung „Schweinsteiger ist die Aorta im Doppelherz des DFB“ so schlecht, dass sie fast schon wieder lustig ist.

Diesmal gibt es von uns übrigens keine Kritik an Katrin Müller-Hohenstein. Warum? Weil wir uns nach der vertanen Zeit mit der Nationalelf und dem Schmidt-Kommentar nicht auch noch die Zeit nach dem Spiel verderben wollten. Für Zusammenfassungen der anderen Spiele gab und gibt es ja zum Glück noch Eurosport.
In diesem Zusammenhang kann Fußball-Deutschland nur hoffen, dass das ZDF nicht die Free-TV-Rechte für die Champions League erhält (die Königsklasse wird ja bis Mai 2012 auf jeden Fall noch von Sat1 übertragen). Der „ambitionierte“ sky-Kunde wird dadurch keine Nachteile haben, aber für die Mehrheit der Fußballfans wären das keine rosigen Aussichten, auch wenn Sat1 auf der Moderationsschiene mit Kerner/Kaiser auch nicht gerade mit Qualität glänzt …

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