Bastian Schweinsteiger

Kickwelt TopMan hätte diese Woche fast jeden Bayernspieler zum Top der Woche küren können, aber wir haben uns für den „Leader“ Bastian Schweinsteiger entschieden. Der 28-Jährige bewies nicht nur auf dem Platz, dass er ein absoluter Führungsspieler ist, sondern sorgte auch nach dem Spiel für einen selten gewordenen Höhepunkt.

Kommen wir zunächst zum sportlichen: Der Mittelfeld-Stratege war in unseren Augen zusammen mit Arjen Robben und Dante (bekam vom Kicker für uns vollkommen unverständlich nur eine 2,5) der beste Mann auf dem Platz. Er überzeugte durch Spielübersicht, starke Pässe und einfach auch durch seine Führungsqualitäten. Von Trainer Jupp Heynckes gab es nach dem Spiel auch ein Extra-Lob. Der Erfolgstrainer attestierte ihm bei Sky eine Weltklasseleistung. Wir hätten gerne nach dem Spiel ein Statement von Olaf Thon und Günther Netzer gehört, die ja in den letzten Wochen ohne Grund Schweinsteiger kritisierten und Dortmunds Gündogan schon vor dem gebürtigem Kolbermoorer sahen. Gündogan spielt zweifelsfrei eine ganz starke Saison, muss aber gerade in großen Spielen erst noch Schweinsteigers Klasse bestätigen. Deutschland kann froh sein, mit den beiden und Sami Khedira drei so starke defensive Mittelfeldspieler zu haben. Dazu kommen mit Leverkusens Lars Bender und Frankfurts Sebastian Rode mindestens noch zwei ganz starke Spieler hinterher. Trotzdem dürfte unser Wochensieger immer noch die Nummer 1 bei Joachim Löw sein.

Auch Thomas Helmer muss an dieser Stelle kritisiert werden. Der Ex-Bayernspieler und jetzige Sport1-Moderator spielte in einer Telefonschalte bei der neuen Sport1-Webshow Schweinsteigers Leistungen herunter und sprach ihm das Prädikat „Weltklasse“ ab. Wir denken, dass Helmer hier ein anderes Spiel gesehen haben muss oder mit dieser Aussage alte Rechnungen begleichen will.

Wie am Anfang schon erwähnt sammelte Schweinsteiger auch nach dem Spiel Pluspunkte. Im Gespräch mit ARD-Mann Markus Othmer foppte er diesen mit der Aussage: „Ich habe viele Querpässe gespielt und nicht den Weg nach vorne gesucht. Deswegen war es gut.“ Der alte Hase Othmer erkannte erst „Schweinis“ Ironie, als dieser ihn darauf hinwies.

Oft werden in solchen Field-Interviews Phrasen gedroschen, Schweinsteiger bewies hier, dass es auch anders geht.

Neben Schweinsteiger soll an dieser Stelle auch noch Bayern-Präsident Uli Hoeneß erwähnt werden. Bei ihm schien es zuletzt etwas so, als habe er die Nähe zu den Fans etwas verloren, aber in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung sammelte er zahlreiche Pluspunkte – nicht nur bei den eigenen Fans: Er sprach sich in diesem Interview dafür aus, doch noch einmal über das Pyro-Verbot nachzudenken, wenn dafür die gesetzliche Grundlage geschaffen würde. Das Bündnis „Pyrotechnik legalisieren“ dürfte nach diesem Interview neuen Wind in die Segel bekommen, denn einen prominenteren Fürsprecher dürfte man kaum bekommen. Allerdings revidierte Karl-Heinz Rummenigge einen Tag später schon wieder die Aussagen von Uli Hoeneß und sprach sich klar gegen Pyrotechnik aus. Was diese neue Good/Bad-Cop-Masche soll, wissen wir nicht. Wir wissen nur, dass der Bayern-Präsident selten etwas sagt ohne Hintergedanken. Gespannt warten wir deshalb die nächsten Wochen ab.

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