Die Tops der Saison 2010/11

Kickwelt TopDie Saison 10/11 ist jetzt endgültig vorbei und deshalb nehmen wir uns wieder die Zeit, sie mittels unserer Tops und Flops der Saison ausführlich Revue passieren zu lassen. Die jeweils „Gekürten“ sind zum Teil objektiv und mit Fakten belegbar, teilweise aber auch subjektiv, was selbst in der Kickwelt-Redaktion für reichlich Diskussionsstoff sorgte.

1.) Borussia Dortmund mit Meistertrainer Jürgen Klopp
Dieser Top darf in unserer Liste natürlich nicht fehlen. Dortmund wurde souveräner Meister, hat mit erfrischendem Tempo-Fußball für Furore gesorgt und der „Architekt“ der Meisterschaft ist Jürgen Klopp. Man könnte jetzt noch einige Spieler nennen (allein fünf Akteure befinden sich in kickwelt Top-Elf der Saison), aber das sparen wir uns an dieser Stelle.
Stattdessen erwähnen wir lieber noch drei andere Tops aus dem Dortmunder Umfeld:„Aki“ Watzke, der als Boss die Borussia wieder dahin gebracht hat, wo sie vor dem Beinahe-Finanzkollaps schon einmal war. Dazu Michael Zorc, der zu Beginn stark kritisiert wurde und jetzt zusammen mit Klopp einen gelungenen Transfer nach dem nächsten produzierte. Außerdem sollen an dieser Stelle noch die Fans des BVB genannt werden. Von den kickwelt-Usern klar als die Nummer 1 der Liga gewählt und die Redaktion schließt sich diesem Votum an. An dieser Stelle auch noch einmal Glückwunsch an den neuen Deutschen Meister.

2.) Trainer-Macht
Klopp wurde ja schon erwähnt, aber in kaum einer anderen Saison standen so viele Trainer im Focus. Was natürlich auch daran lag, dass schon fast inflationär die Trainer gewechselt wurden. Unsere „Trainer-Tops“ sind neben Klopp auf jeden Fall noch Mirko Slomka und Lucien Favre. Slomka schaffte es mit einem eher durchschnittlichem Spielermaterial, einigen gezielten Neueinkäufen und einen perfektionierten Kontersystem Hannover in die Europa League zu führen.
Favre ist DER Trainer der Rückrunde. Vom fast sicheren Absteiger führte der Schweizer M´gladbach noch auf einen Relegationsplatz und gegen Bochum wurde dann der Klassenerhalt verdient perfekt gemacht. Hauptgrund dürfte sein, dass die Gladbacher Abwehr durch die Neuzugänge Nordveidt und Stranzl, dem endlich mal nicht verletztem Dante und einem am Ende sehr mutigem Torwartwechsel (mehr dazu unten) die entscheidende Stabilität bekommen hat. In unseren Augen gebührt auch Max Eberl ein kleines Stück vom „Lobkuchen“ ab, denn der umstrittene Sportdirektor dürfte gerade Stranzl und Nordveidt als „seine“ Transfers ansehen.
Bei den Trainern der Saison ist (neben Robin Dutt/Freiburg und Dieter Hecking/Nürnberg) natürlich auch noch Thomas Tuchel zu nennen. Tuchel führte Mainz fast sensationell nach Europa und leistete nun bereits im 2. BL-Jahr hervorragende Arbeit ab. Bei Niederlagen haben wir aber einen teilweise sehr „realitätsfernen“ Jung-Trainer gesehen, der unserer Meinung nach in seiner Außendarstellung noch einiges verbessern kann.

3) Mario Gomez
An den haben wir in der kickwelt-Redaktion immer geglaubt und seine 28 Tore in 32 Spielen sind eine starke Antwort auf die „Unterschätzung“ von vielen Experten und Ex-Trainer van Gaal. Der schaffte es fast, den Topstürmer zu Saisonbeginn zu demoralisieren, um dann doch noch rechtzeitig einzulenken. Der FC Bayern kann froh sein, einen solchen Torjäger in seinen Reihen zu haben und wird hoffentlich auch in Zukunft (auch bei einer möglichen Tor-Flaute) nicht an seinem Top-Stürmer zweifeln.

4.) Srdjan Lakic
Der Kroate schoss kurz vor Saisonende seinen Noch-Verein Kaiserslautern gegen seinen Neu-Verein Wolfsburg zum Klassenerhalt und Wolfsburg musste auch deswegen bis ganz zum Schluss um den Klassenerhalt kämpfen. Nach einer sehr starken Vorrunde wehte dem Mittelstürmer gehöriger Wind aus dem eigenen Umfeld entgegen, als sein Wechsel zusammen mit einem sehr unglücklichem Foto im Wölfe-Trikot bekannt wurde. Anstatt zu resignieren, kämpfte er sich dann aber wieder ins Team zurück und wurde am Ende der Saison zu einem Garanten für den FCK-Klassenerhalt, wobei es am Ende sogar zu Rang 7 für die Pfälzer reichte.

5.) Torwart-Youngsters
Auch auf der Torwartposition hat sich in der Bundesliga in dieser Saison einiges getan: Oliver Baumann (Freiburg), Ron-Robert Zieler (Hannover), Kevin Trapp (Kaiserslautern) und zuletzt Marc-Andre ter Stegen (M´gladbach) sind alle noch im U21-Alter und haben bewiesen, dass auch ein junger Torwart schon ein großer Rückhalt für die Mannschaft sein kann.
Wir stellen fest: ein Nachwuchsproblem auf der Torwart-Position ist in Deutschland nicht vorhanden, das hat diese Saison mehr denn je gezeigt und in Zukunft dürften noch mehr „alte Hasen“ um ihre Plätze fürchten. Auch die beiden Absteiger-Torhüter Fährmann (Frankfurt) und Kessler (St. Pauli) haben gute Ansätze gezeigt, wobei der Rest des jeweiligen Teams die beiden Keeper zu oft alleine lies. Fährmann ist nun sogar der Neuer-Nachfolger auf Schalke und kann nun auch international sein Können zeigen.

6.) sky-Berichterstattung
Wie schon im Winter in unserem Jahres-Medienfazit 2010 gehört der Pay-TV-Sender aus München auch im Saison-Rückblick zu den Tops. Gründe hierfür gibt es einige. Sky hat im Vergleich zur Konkurrenz (öffentlich-rechtliche Sender, Privat-Sender, LIGA total!) einfach die in unseren Augen beste Gesamtcrew aus Redaktion, Moderation und Kommentatoren-Riege.
Dazu wurden mit „Samstag LIVE!“ und vor allem „Mein Stadion“ zwei innovative neue Formate geschaffen, die neben dem bereits etablierten „sky90“ hier schon separat gewürdigt wurden. Es mag einige Schwächen in der sky-Berichterstattung geben (Werbung etc.), aber im Vergleich zum Rest ist man weiterhin klare Nummer 1. Der neue Sport-Chef Burkhard Weber dürfte für die neue Saison durch seine Erfahrung auch noch einmal einen Schub geben, damit die Qualität vielleicht noch einmal gesteigert werden kann.

Neben diesen großen „Blöcken“ gehen wir im folgenden auf weitere Kickwelt-Tops der Saison ein, die nicht minderwertig im Vergleich zu den schon genannten sind, sondern einfach nur etwas kürzer beschrieben werden.

7.) Christian Tiffert
Der Leader im Mittelfeld beim FCK und der Top-Vorbereiter der Liga. Jahrelang versauerte „Tiffi“ mehr oder weniger in der zweiten Bundesliga oder in Österreich, spätestens in dieser Saison zeigte er seine ganze Klasse und reifte zu einem gestandenen Erstligaspieler.

8.) Papiss Demba Cisse und Theofanis Gekas
Diese beiden Stürmer schafften etwas, was zuvor in 47 Jahren Bundesliga noch nicht erreicht wurde! Sie erzielten jeweils mehr als 50 Prozent aller Tore ihres Vereins, wobei Cisse mit 53,7 % (22 von 41 Freiburger Toren) nun der Rekordhalter ist. Gekas (16 von 31) konnte mit Frankfurt den Abstieg allerdings nicht verhindern, denn in der Rückrunde hatte der Grieche (nur noch 2 Treffer) wie das gesamte Team reichlich Ladehemmung.

9.) Arturo Vidal
Der „kleine Krieger“ ist absoluter Chef im Leverkusener Mittelfeld, praktisch auf jeder Position einsetzbar und auch sonst sehr gereift. Früher galt er als Kartenkönig, heute könnte er neben Neuer der zweite „Königstransfer“ des FC Bayern werden (auch wenn sich Holzhäuser und Völler noch sträuben).

10) Nuri Sahin
Wenn man doch einen Spieler aus dem BVB-Team hervorheben muss, dann sicherlich den Deutsch-Türken. Er iwar der absolute Chef im Team und sein Wechsel zu Madrid wirft ein dickes Fragezeichen für die neue Saison auf. Zwar glaubt man mit Ilkay Gündogan einen Nachfolger gefunden zu haben und Perisic dürfte auch auf Sahins Position einsetzbar sein, aber es bleibt fraglich, ob damit das Herz des Meisters gleichwertig ersetzt wird.

10.) Michael Rensing und Christian Eichner
Die beiden Wintertransfers des 1.FC Köln waren zwei ganz wichtige Faktoren, dass Köln am Ende den Klassenerhalt schaffte. Rensing, der beim FC Bayern auch an sich selbst gescheitert ist, spielte eine bärenstarke Ruckrunde und Eichner entwickelte sich sehr schnell zum Führungsspieler in der vorher zerütteten Multi-Kulti-Truppe.

11.) Sven Ulreich
Auch er muss genannt werden, wenn es um Torhüter geht. Der Lehmann-Nachfolger beim VfB Stuttgart spielte eine schwache 1. Halbserie und war eigentlich schon draußen. Dank Zieglers Verletzung kam er aber wieder ins Tor und spielt seitdem fehlerfrei und dürfte sich damit beim VfB durchgesetzt haben.

12.) Schiedsrichter-Hochburg Berlin
Manuel Gräfe und Felix Zwayer (beide aus Berlin) wurden von den kickwelt-Usern zu den besten Schiris der Liga gewählt. Die Redaktion schließt sich diesem Urteil an und freut sich, dass damit nach Betrüger Hoyzer endlich wieder positive SR-Schlagzeilen aus der Hauptstadt kommen.

13.) Fan-Initiative „Pyrotechnik“
Sie ist für uns auch ein Top der Saison, weil hier Fans vernünftig für etwas kämpfen, was früher noch mehr oder weniger selbstverständlich in Stadien war, nämlich das KONTROLLIERTE Abbrennen von Pyro-Technik. Wir wünschen der Initiative weiterhin viel Erfolg und intensive Gespräche mit DFB/DFL haben wohl schon zu ersten positiven Ansätzen geführt.

14.) Holger Stanislawski
Trotz Platz 18 mit St. Pauli arbeitete „Stani“ so gut, dass Joachim Hopp ihn nach Hoffenheim holte und ihm große Kompetenzen übertrug. Sein Abschied mit den Fans war bewegend und zeigt, dass auch Absteiger zu Gewinnern werden können.

15.) Hamit Altintop
Ja, auch der erscheint in dieser Liste. Warum? Weil er in dieser Saison nie eine faire Chance beim FC Bayern erhielt bzw. immer nur als Robben-Ersatz von van Gaal gesehen wurde. Jose Mourinho ist wie wir trotzdem überzeugt von seiner Stärke und nicht zuletzt wegen seinem „Aufstieg“ zu den „Königlichen“ kommt der sympathische Türke in diese Top-Liste.

16.) Mario Mandzukic
Der Wolfsburger Stürmer schoss in den letzten acht Spielen acht Tore, vorher in 16 Spielen kein Tor. Wie sagte es Kai Dittmann (sky) so schön sinngemäß: „Eigentlich müsste sich der Kroate in der Sommerpause nach Russland ausleihen lassen“. Kaum einer war zu Saisonende besser in Form als Mandzukic, was wohl auch daran lag, dass Felix Magath ihn auf einer komplett anderen Position sah als seine beiden Vorgänger auf der VfL-Trainerbank.

17.) Jens Lehmann, Matthias Sammer und Mehmet Scholl
Die drei Experten von sky und ARD haben wichtiges gemeinsam: deren Analysen sind fundiert, witzig und anschaulich. Am besten haben uns Lehmann (wurde schon separat erwähnt, besonders auch beim Experiment Co-Kommentator mit Kai Dittmann in der CL) und Scholl gefallen, aber auch Sammer kann zumeist überzeugen, wobei der „Feuerkopf“ durch die Sportdirektor-Posse beim HSV einigen Kredit nicht nur bei der Kickwelt-Redaktion verspielt hat.

18.) Die Bundesliga im allgemeinen
Auch wenn es international wieder zu keinen Titel gereicht hat, ist unserer Meinung nach die Bundesliga auf einem guten Weg und hat sich in Europa wieder einen sehr guten Ruf erworben. Moderne Stadien, ein überragender Zuschauerschnitt von fast 42000, zumeist wirtschaftlich seriös geführte Vereine sowie spannende und zum großen Teil offensiv geführte Partien prägten die BL-Saison 2010/11. Somit freuen wir uns jetzt schon auf die kommende Spielzeit, wobei wir auf negative Schlagzeilen wie den Spielabbruch auf St. Pauli oder das unsägliche Trainerkarussell gern verzichten können.

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