Mario Gomez (Bayern München)

Kickwelt TopDiese Woche gibt es für uns eigentlich nur eine Möglichkeit: der Titel „Top der Woche“ geht an Bayern-Stürmer Mario Gomez. Fünf Tore in drei Spielen innerhalb einer Woche sorgen dafür, dass Gomez endlich wieder positiv in aller Munde ist.

Die Leidenszeit von Mario Gomez dauert nun schon über ein halbes Jahr. Nach anfänglichen Schwierigkeiten war er Ende letzten Jahres schon auf gutem Wege, sich beim FC Bayern durchzusetzen. Nach dem Dortmund-Spiel im Februar (in diesem Spiel schoss er auch sein letztes Tor vor dem Hannover-Dreierpack) befand sich der 35-Millionen-Neueinkauf auf einmal auf dem Abstellgleis wieder. In den zwei Spielen danach gegen Hamburg und Köln durfte er zwar nochmal von Anfang an ran, wurde danach aber durch Olic und Müller sowie teilweise Klose ersetzt.
Der Kreis schloss sich diesmal vor zwei Wochen, als er wieder gegen den BVB seinen ersten Einsatz von Beginn an feierte. Die kickwelt-Redaktion bescheinigte ihm schon in diesem Spiel, besonders in der ersten Halbzeit, einen starken Auftritt, bei dem nur das Glück im Abschluss fehlte. Letzten Dienstag wurde der „Torero“ (explizit nochmals für Frau Müller Hohenstein vom ZDF sei hier erwähnt, dass seine Jubelpose auch von seinem Spitznamen herrührt) bei der Nationalmannschaft eingewechselt und dieses Tor schien Gomez zu befreien, auch wenn Gegner Kasachstan nur zweitklassig war.
Im Spiel gegen Hannover 96 profitierte er dann allerdings noch von der Verletzung von Klose, was ihn aber nicht davon abhielt, eine absolute Top-Leistung zu zeigen. Die drei Treffer sprachen am Ende für sich, auch wenn Tor Nummer 2 irregulär war. Trotzdem wird auch Trainer Louis van Gaal spätestens in dieser Partie erkannt haben, welche Qualitäten sein vormaliger Stürmer Nummer 4 hat.

Wir halten es da (was nicht oft vorkommt) mit den Worten von Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge, der Gomez in einem Interview für den komplettesten deutschen Stürmer hält. Genau dieses Attribut geben wir ihm auch. Aus Gomez Sicht bleibt nur zu hoffen, dass er jetzt endlich mal über einen längeren Zeitraum sein Können beweisen darf und ihm auch mal zwei oder drei schlechte Spiele zugestanden werden. Das Spiel gegen Cluj zeigte nämlich eins: wenn ein Stürmer mit Qualität Selbstvertrauen hat, fallen manche Tore wie von selbst.
Das Problem von Gomez in der breiten Öffentlichkeit ist, dass er oft nur an seinen bescheidenen Leistungen bei der EM 2008 gemessen wird, wo alle im Land (auch die, die sonst nicht viel mit dem runden Leder zu tun haben) auf ihn eingedroschen haben. Die Fakten belegen aber etwas ganz anderes: Gomez ist aktuell mit einer Torquote von 0,48 Toren pro Spiel (76 Treffer in 157 Bundesligaspielern) einer der besten Stürmer der letzten 20 Jahre (demnächst gibt es hierzu eine Statistik).
Ein kleiner Seitenhieb sei allerdings noch erlaubt: die Aussagen des 25jährigen Gomez bzgl. seinem Namensvetter im chilenischen Schacht waren aus unserer Sicht nicht nur faktisch falsch (der dortige Mario Gomez war nicht der erste, der hochgeholt wurde), sondern auch sonst etwas deplaziert. Trotzdem sind auch diese Aussagen verständlich, wenn jemand nach einem solchen Spiel ein Mikrofon vor die Nase gehalten bekommt, der vorher wie oben beschrieben vom ganzen Land verspottet wurde. Wir sagen Herzlichen Glückwunsch zum Comeback und wollen dabei nicht vergessen, dass auch Simon Rolfes am Wochenende ähnlich erfolgreich zurückkam. Allerdings reichte das nicht für den Titel, da die Gomez-Geschichte einfach eine ganz andere ist.

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