TV-Tops der Saison

Kickwelt TopNach Ende der Saison und kurz vor der EM möchten wir noch in gewohnter Art und Weise unsere Tops und Flops der Saison zusammenstellen und haben uns dabei wieder (erst) einmal auf den TV-Bereich konzentriert:

Kommentatoren:

Nicht nur die Kickwelt-User, sondern auch die Kickwelt-Redaktion ist sich einig: Marco Hagemann von Sky ist für uns erneut der beste deutsche Fußball-Kommentator. Mit einem Notenschnitt von 2,5 im Kickwelt-Voting überzeugte er bei seinen 38 Saisoneinsätzen unsere User. Wir selbst schließen uns da an und auch bei Sky haben die Verantwortlichen um Sportchef Burkhard Weber erkannt, welches Faustpfand für die Zukunft man in den eigenen Reihen hat. In der Hierarchie der Sky-Kommentatoren dürfte sich „Hagi“ mittlerweile wohl schon auf Platz 4 hinter den Platzhirschen Reif, Dittmann und Thurn und Taxis befinden. Unter anderem wurde der bekennende BVB-Fan beim Europa-League Finale eingesetzt und kratzte damit schon am Spitzentrio. Der 35-Jährige überzeugt nicht nur durch großes Fachwissen, sondern auch durch seinen sehr angenehmen Stil, ein Spiel zu kommentieren, ohne sich dabei wie manch anderer zu sehr in den Vordergrund zu stellen.

Es bleibt abzuwarten, wie Hagemanns Weg bei Sky weitergeht, aber die Voraussetzungen sind auf jeden Fall gegeben, dass sein Weg weiter nach oben führt.

Kai Dittmann ist bei Sky nach wie vor aus unserer Sicht das Nonplusultra, wenn es um Konferenz-Reportagen geht oder um das Kommentieren zusammen mit einem Co-Kommentator beim Topspiel. Allerdings sahen wir bei Dittmann gerade, wenn er alleine war, auch schwächere Auftritte, zum Beispiel das CL-Halbfinale von Barcelona und Chelsea, als er vor lauter Schwärmen über Lionel Messi den Rest des Spiels vernachlässigte.

Positiv erwähnt sein soll an dieser Stelle auch noch Oliver Seidler. Er wurde hier vor zwei Jahren noch als ein Flop gekürt. Mittlerweile hat er sich aus unserer Sicht prächtig weiterentwickelt und zählt aktuell zu den Besten bei Sky.

Moderatoren:

Hier setzen wir wieder auf „Altbewährtes“. Der Titel „Top-Moderator der Saison“ geht an Patrick Wasserziehr. Zwar ist der Hamburger nur selten bei Bundesligaspielen im Einsatz (durch seine eigene Sendung sky90), aber gerade bei seinen Auftritten in der Champions League zeigt der Ex-Regionalligaspieler seine Klasse. Dazu war „Pat“ beim wohl besten Saisonspiel, dem 4:4 zwischen Meister Dortmund und dem VfB Stuttgart, als Moderator eingeteilt und auch im Pokalfinale setzte man ihn als Leiter der abgeänderten Expertenrunde ein. Gelungene Spielanalysen, starke Interviews und auch die gewisse Portion Schlagfertigkeit machen ihn für uns zum Besten seiner Klasse. Ein anderer Name wurde redaktionsintern sehr kontrovers diskutiert, am Ende möchten wir aber auch Matthias Opdenhövel (ARD) als Top unter den Moderatoren küren. Keiner schafft so gut den Spagat zwischen Information und Unterhaltung wie der ehemalige Stadionsprecher von Borussia M´gladbach. Fachliche Mängel, die ihm seine Kritiker vorwerfen, meistert er durch Schlagfertigkeit und die „Hilfe“ durch seinen Experten Mehmet Scholl.

Field-Reporter:

In dieser Kategorie gibt es einen für viele Leser wohl überraschenden Sieger, gerade weil wir hier ja sehr oft (zu recht) das ZDF kritisiert haben. Zuletzt ist uns aber hier ein Mann aufgefallen, der vielen (noch) unbekannt sein dürfte: Jochen Breyer. Sein bisheriges Meisterstück machte er beim diesjährigen Pokalfinale, als er nach dem Spiel Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Uli Hoeneß vorm Mikro hatte. Anders als mit den zu oft genommenen Standardfloskeln „wie bewerten Sie?“ oder noch schlimmer „wie fühlen Sie sich?“, entlockte der neue Champions-League-Moderator (neben Oliver Welke) der Mainzelmännchen seinen Interviewpartnern aussagekräftige Statements. Dazu zeigte er, dass ein guter Field-Reporter zwar Respekt, aber keine Angst vor seinem Gegenüber haben sollte. Auch merkt man an seinen Formulierungen, dass er sich Fragestellungen vorher überlegt, gleichzeitig aber auch auf die Antworten des Interviewpartners eingeht. Mit Nils Kaben und auch Boris Büchler stehen auch noch zwei weitere ZDF-Männer in unserer Top-Liste. So kann man also sagen, dass die Mainzelmännchen hier von allen Sendern mit Abstand am besten besetzt sind. Von Sky überzeugten uns vor allem Thomas Wagner und Peter Hardenacke. Beide werden auch als Moderatoren eingesetzt, haben ihre Stärken, wie wir finden, aber vor allem im direkten Gespräch nach dem Spiel mit den Akteuren.

Fußball-Frauen im TV:

Da es jedes Jahr mehr „Fußball-Frauen“ im TV gibt, haben wir Ihnen eine eigene Kategorie gewidmet. Julia Scharf (Sport1 und SWR) war aufgrund ihrer Babypause nur sehr selten zu hören und zu sehen, deswegen kann sie ihren Titel in dieser Kategorie nicht verteidigen. Uns ist aufgefallen, dass fast alle Sender immer mehr auf den „Faktor Frau“ setzen mit unterschiedlichem Erfolg. Redaktionsintern haben wir uns als „Top der Saison“ am Ende für Anna-Sara Lange entschieden. Erst Anfang des Jahres kam die Niedersächsin zum Pay-TV-Sender Sky und überzeugte dort, ohne sich selbst künstlich in der Vordergrund zu schieben. Neben großem erkennbarem Fachwissen überzeugt die 29-Jährige auch durch ihre sprachlichen Stärken. Dadurch, dass sie angeblich sieben Sprachen fließend spricht, kam sie gerade international oft zum Einsatz und hatte dabei keine Scheu vor großen Namen. Auch im Interview mit schwierigen Bundesliga-Gesprächspartnern wie zum Beispiel Felix Magath versuchte sie ihr Glück in erster Linie nicht durch den Einsatz von weiblichem Charme, sondern durch fachlich gute Fragen. Einen kleinen Kritikpunkt gibt es vielleicht: Wo andere sich fast zu weiblich zeigen, könnte Anna-Sara Lange manchmal ein etwas „flotteres“ Outfit gut tun. Wir sind sehr gespannt, wie sich unsere Preisträgerin weiterentwickelt.

Experten:

Hier bleibt aus unserer Sicht alles beim Alten: Die drei Ex-Nationalspieler Jens Lehmann, Matthias Sammer (beide Sky) und Mehmet Scholl (ARD) sind mit Abstand das Beste, was es im Experten-Bereich zu hören gibt. Lehmann möchten wir aus dem Trio noch einmal herausstellen: Der Ex-Nationalspieler ist für uns, egal ob als Experte nach Spiel oder als Co-Kommentator von Kai Dittmann oder Marcel Reif, für Sky unverzichtbar. Sammers Rolle als DFB-Funktionär und gleichzeitig TV-Experte wird von Vielen kritisch gesehen, wir finden den „Feuerkopf“ gerade bei Wutausbrüchen nach wie vor sehr stark. Manchmal würden wir uns bei Sammer allerdings etwas weniger Oberlehrerhaftigkeit wünschen. Mehmet Scholl füllt seine Rolle bei der ARD besonders zusammen mit Opdenhövel stark aus. Von allen TV-Fußballexperten bringt er den meisten Charme rüber und verzichtet auf jegliche Besserwisserei.

Top-Sender:

Die klare Nummer 1 unter den Fußballsendern ist Sky. In allen oben genannten Kategorien ist der Pay-TV-Sender oben mit dabei und dazu hat man auch die beste Redaktion. Mit Claudio Luciani, Ecki Heuser und Klaus Fiedler verfügen die Münchner auch über exzellente Beitragsmacher. Neben den oben schon erwähnten Leuten wie Hagemann oder Hardenacke hat Sky mit Simon Südel oder Toni Tomic noch weitere junge Leute mit viel Potenzial in der Hinterhand. Zwar gibt es gerade in der zweiten Liga im Kommentatoren-Bereich und bei den Interviewern Schwachpunkte, aber daran kann spätestens dann gefeilt werden, wenn man im nächsten Jahr der alleinige Player auf dem Bundesliga-Pay-TV-Markt sein wird.

Lobend erwähnen wollen wir auch den Ableger Sky Sport News HD. Im Dezember startete man noch sehr holprig, aber mittlerweile hat sich der reine Nachrichtensender sehr zum Positivem gemausert. Die Überraschung im Team ist für uns Ulli Köhler. Als Reporter vor Ort (meistens) beim FC Bayern hat er seine Berufung gefunden und überzeugt durch seine bissige und teilweise ironische Art. Aber auch Ex-Profi Torben Hoffmann zeigt, dass man als Quereinsteiger erfolgreich sein kann. Im Studio gefällt uns vor allem Tobias Ufer, der vom rheinischen Lokalsender center.tv nach München wechselte. Der Hauptkritikpunkt bei „SSNHD“ ist, dass man oft zu „bayernlastig“ berichtet.

Positiv erwähnt werden soll bei den Top-Sendern an dieser Stelle auch erneut sportdigital. Der Hamburger Pay-TV-Sender konzentriert sich auf die Rechte, die Sky oder Sport1 nicht wollen. Man überträgt unter anderem die niederländische Ehrendivision oder die italienische Serie A sowie zahlreiche andere erste und zweite Ligen in Europa und Amerika. Mit viel Herzblut versuchen Kommentatoren wie Karsten Linke oder Jirka Schink aus dem Studio teilweise bis zu fünf Spiele am Wochenende zu kommentieren. Fakt ist: Nirgendwo sonst gibt es so viel Live-Fußball zu sehen, was alleine den Reiz des Senders ausmacht. Zu Wünschen wäre es, wenn man in Zukunft auch in HD senden würde. Die Bildqualität lässt leider öfters zu Wünschen übrig.

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