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Ausblick auf das Champions League Finale 2019

Am 1.Juni steigt in Madrid das Spiel des Jahres: das Champions League Finale zwischen dem FC Liverpool und den Tottenham Hotspurs.

Beide Teams haben in ihren Halbfinalspielen jeweils ein kleines Wunder geschafft, denn nach den Hinspielen hätte wohl kaum jemand noch etwas auf ein Weiterkommen gesetzt. Der FC Liverpool verlor das Hinspiel beim FC Barcelona mit 0:3. An die fulminante Aufholjagd im Rückspiel wird man sich wohl auch in 20 Jahren noch erinnern. Das 4:0 in Anfield war sicher der bisherige Höhepunkt der Saison und dürfte kaum übertroffen werden können.

Das es zu einem reinen englischen Finale kommt liegt daran, dass Ajax Amsterdam am Ende wohl doch nicht abgezockt genug war. Nach einem eher überraschenden 1:0 im Hinspiel in Nord-London waren die Champions League Quoten für einen Ajax-Sieg noch einmal gesunken, aber die junge Truppe von Trainer Erik ten Hag war am Ende wohl doch etwas zu unerfahren. Quasi in der letzten Sekunde der Nachspielzeit gelang Lucas Moura sein drittes Tor. Der Brasilianer sicherte damit seinem Team den Einzug ins Finale. Die Ajax-Spieler waren alle niedergeschlagen und es bleibt zu hoffen, dass diese junge Truppe auch in der nächsten Saison wieder eine schlagkräftige Mannschaft bilden kann. Den „Spurs“ wird das egal sein. Bisher konnte das Team von Mauricio Pochettino nur einmal den Europapokal der Pokalsieger gewinnen (1963) und zweimal den UEFA-Cup (1972 und 1984). In der ewigen Tabelle der Champions League liegt Tottenham nur auf Platz 54. Von bisher nur 44 Spielen konnten nur 21 gewonnen werden. Man kann also schon davon sprechen, dass hier ein krasser Außenseiter im Finale steht, auch wenn die finanziellen Möglichkeiten des Premier League Clubs natürlich astronomisch sind im Vergleich zu anderen Teams vom „Kontinent“.

Dagegen steht Liverpool auf Platz 9 der ewigen Tabelle der Champions League und ist dabei hinter Manchester United (auf Platz 4) das zweitbeste britische Team. Von bisher 190 Spielen (jeweils auch der Europapokal der Landesmeister mitgerechnet) konnten 102 gewonnen werden. Auch die Titelhistorie zeigt, dass Liverpool aus dem Kreis der Großen in Europa nicht wegzudenken ist: 2005 wurde in einem dramatischen Finale gegen den AC Mailand schon einmal die Champions League gewonnen. Dazu kommen noch vier Titel im Vorgänger-Wettbewerb Landesmeister-Cup: 1977, 1978, 1981 und 1984.

Personell hatten beide Finalisten in den letzten Wochen mit einigen Problemen zu kämpfen. Die beiden Superstars Mohamed Salah (FC Liverpool) und Harry Kane (Tottenham) fehlten beide im Halbfinale verletzungsbedingt und bei Harry Kane ist der Einsatz im Finale noch eher ungewiss. Trotzdem haben beide Kader natürlich unglaubliche Qualität und deswegen sind die Fans beider Vereine auch sehr optimistisch.

Am Finalwochenende dürfte ganz Madrid in englischer Hand sein. Obwohl beide Teams gerade einmal nur gut 16.000 Karten von der UEFA für ihre Fans bekommen (das Wanda-Metropoltino-Stadion ist mit 67.703 Plätzen eher klein für ein Finalstadion), da gerade von Liverpooler Seite eine Vielzahl mehr Fans vor Ort erwartet werden, die entweder versuchen doch noch eine Karte zu ergattern oder einfach das Flair vom Finale so nah wie möglich miterleben möchten und deshalb das Spiel dann selbst in einer Bar oder beim Public Viewing verfolgen.

Es gibt noch einen zusätzlichen Aspekt beim Finale: mit Jürgen Klopp hat der FC Liverpool zwar einen absoluten Startrainer, der nicht nur in Deutschland sondern auch mittlerweile in England Kultstatus genießt. Allerdings lastet auf „Kloppo“ ein Fluch. Seine sechs letzten Finalspiele, in die er mit seinen Teams Liverpool und vorher Dortmund einzog, verlor er allesamt. Das letzte verlorene Finale war das letztjährige CL-Finale gegen Real Madrid. Damals verloren die „Reds“ 1:3, unter anderem auch aufgrund eines schwarzen Tages vom deutschen Keeper Loris Karius, der allerdings vorher auch von Sergio Ramos übel und wohl auch vorsätzlich gefoult wurde und dadurch nur eingeschränkt fit im Tor stand.

Für die deutschen Fans gibt es in diesem Jahr noch eine Neuerung: da die Rechte bei den beiden Pay-TV-Anbietern Sky und DAZN liegen wird das Finale in diesem Jahr nicht frei empfangbar sein und viele Zuschauer werden deswegen in die Röhre schauen. Die Sympathien in Deutschland dürften aufgrund des Klopp-Faktors und der auch historisch bedingten Strahlkraft vom FC Liverpool klar verteilt sein: die allermeisten Fans – so glauben wir – werden den Nordengländern die Daumen drücken.

Man kann davon ausgehen, dass die Situation anders wäre, hätte es Ajax ins Finale geschafft. Für viele Fans wäre das ein kleiner Lichtblick gewesen, dass Geld nicht immer Tore schießt, sondern dass auch eine hervorragende Jugendarbeit und ein tolles Spielsystem für Furore sorgen kann. Für ähnliche Resonanzen sorgte die Teilnahme von Eintracht Frankfurt in der Europa League. Aber auch hier gab es am Ende kein Happyend. In der Europa League gibt es mit dem Spiel FC Chelsea gegen den FC Arsenal ebenfalls ein rein-englisches Finale. Dieses Spiel findet am 29.Mai in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan statt.

Wir sind gespannt ob beide Finalspiele nach den tollen Halbfinalspielen noch eine Steigerung bringen können, sind dabei aber erst einmal skeptisch. Unser Tipp lautet: der FC Liverpool wird die Champions League gewinnen und Chelsea die Europa League.

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