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Zwischenbetrachtung VAR in der Bundesliga

15. Spieltage sind in der Bundesliga gespielt und es gibt kaum ein größeres Streitthema als der Einsatz des Videoassistenten (VAR). Die einen schwören auf die Neuerung, der überwiegende Teil der Fans kann noch nicht mit der Neuerung anfangen.

Prinzipiell war es ein Ziel des VAR, dass der Fußball gerechter wird. Unterm Strich ist das wohl auch gelungen, weil mit Sicherheit viele Entscheidungen positiv korrigiert wurden, aber es gibt eben leider immer noch viele Probleme:

1. Die Vorgaben werden einfach nicht mit einer Konsequenz umgesetzt. Teilweise greift der VAR bei einem Spiel in einer Situation ein, in einem anderen Spiel bleibt ein Eingreifen in einer ähnlichen Situation aus. Hier weiß also niemand genau ob eingegriffen wird und wann. Das führt dann zu emotionalen Interviews, bei denen zum Beispiel Horst Heldt nach dem Spiel gegen Mainz der Kragen platzte – zu Recht wie wir finden. Die DFL ermittelt jetzt allerdings gegen den Sportdirektor von Hannover 96 wegen dessen offenen Worten, die nicht den VAR kritisierten, sondern das aus seiner Sicht falsche System.

2. Die größte Schwachstelle ist die Kommunikation: Für den TV-Zuschauer mag der Splitscreen vielleicht eine willkommene Abwechslung sein, aber wer einmal im Stadion eine VAR-Entscheidung miterleben durfte, wird das nicht gut finden. Man bekommt weder mit, warum ermittelt wird, noch sieht man die Bilder. DFB und DFL kochen ja gerne ihr eigenes Süppchen und auch deswegen dürfte wohl eine offene Darstellung nicht im Sinne der Verantwortlichen sein. Andere Sportarten zeigen, dass eine offene Kommunikation durchaus funktioniert. Die NFL ist dabei sicherlich ein Vorreiter und das in diesem Fall sogar im positiven Sinne.

3. Generell dauern die Entscheidungen auch oft viel zu lang. Hier gibt es auch noch gewaltigen Optimierungsbedarf. Teilweise vergehen mehr als drei Minuten bis eine endgültige Entscheidung gefallen ist.

4. Bei der WM im letzten Jahr funktioniere der VAR fast immer gut. Deswegen muss man wohl auch einfach die Qualität der deutschen Schiedsrichter in Frage stellen. Es fällt auch auf, dass gewisse Namen immer wieder auftauchen, wenn es Diskussionen gibt, sowohl bei Schiedsrichtern auf dem Platz als auch bei den VARs im Kölner Keller.

So lange diese Punkte nicht verändert werden, gibt es jede Woche neue Diskussionen um den Einsatz des VAR. Generell muss hier noch viel getan werden bis alle sich an den VAR gewöhnt haben. Die UEFA wird ab dem CL-Achtelfinale auch den VAR einsetzen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn das dort besser laufen würde. Vielleicht kann die DFL dann von übergeordneter Seite doch noch Lehren annehmen, wenn es schon in Deutschland kaum Möglichkeiten gibt auf die Verantwortlichen einzuwirken.

Ex-Spieler als Experten einzubinden ist aus unserer Sicht jedenfalls in erster Linie eine PR-Aktion und dürfte nicht zielführend sein. Wir sind sicher, dass man die Sprechchöre “und Ihr macht unsern Sport kaputt” noch länger in den Stadien der Bundesliga hören dürfte.

Ganz interessante Statistiken und eine fundierte Meinung zum Thema VAR gibt es auch hier zu lesen. Wir sind gespannt wie sich das Thema in den nächsten Wochen weiterentwickelt.

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