Eine Passquote von 90 % klingt überragend — kann aber bedeuten, dass der Spieler ausschließlich Sicherheits-Querpässe spielt. Eine Quote von 78 % kann ihrerseits Weltklasse sein, wenn sie aus Spielverlagerungen über 40 Meter besteht. Diese Seite bündelt die Bundesliga-Passquoten-Ranglisten mit der nötigen Differenzierung.
Pass-Genauigkeit: drei Dimensionen
Kickwelt unterscheidet seit 2009 zwischen drei Pass-Typen:
- Sichere Pässe (kurz, im eigenen Drittel, ohne Druck) — Top-Spieler erreichen 95-98 %
- Konstruktive Pässe (mittlere Distanz, mittleres Drittel, mit Druck) — Top-Werte bei 85-92 %
- Risiko-Pässe / Schlüsselpässe (Tiefenpässe, Vorlagen-Vorlagen, Spielverlagerungen >25 m) — Top-Spieler bei 65-78 %
Eine “9 von 10”-Quote im Gesamtbild ergibt sich meist aus 95 % sicheren + 88 % konstruktiven + 70 % Risiko-Pässen, gewichtet nach Volumen.
Top-Sechser nach Gesamt-Passquote
Klassische defensive Mittelfeldspieler (“Sechser”) sind die Bundesliga-Spitzengruppe in dieser Kennzahl, weil ihre Position naturgemäß viele Sicherheitspässe ermöglicht. Die jüngsten Saison-Top-3 (über alle Sechser mit ≥1.500 Minuten):
Saisonendwerte werden nach dem 34. Spieltag aktualisiert. Format:
Spieler | Verein | Pässe gesamt | Quote % | Schlüsselpässe % | Spielverlagerungen %
Innenverteidiger im Spielaufbau
Moderne Innenverteidiger verteilen den Ball nach vorne — von dieser Position aus erreichen Top-Spieler 91-94 % Gesamtquote. Die Differenzierung nach Pass-Risiko ist hier besonders wichtig: ein Innenverteidiger mit 92 % Quote, aber nur 6 % Risiko-Pass-Anteil, ist ein “stabiler” Aufbauer; einer mit 88 % Quote und 18 % Risiko-Pass-Anteil ist ein “kreativer” Aufbauer.
Offensive Mittelfeldspieler / Spielmacher
Hier wird die Quote irreführend. Ein Spielmacher, der pro Spiel 12 Schlüsselpässe versucht und 8 davon ankommen (67 %), ist wertvoller als einer mit 88 % Gesamtquote, der überwiegend Querpässe spielt. Die richtige Kennzahl: Schlüsselpässe pro 90 Minuten + xA (expected assists) — beides wird im Spieler-Rating-System im Detail erklärt.
Außenverteidiger und Flügelspieler
Flanken zählen als Risiko-Pässe und drücken die Gesamtquote. Ein Flügelspieler mit 76 % Gesamtquote bei 8 Flanken pro Spiel ist offensiv beeindruckend — die ankommenden Flanken erzeugen direkte Torchancen.
Stürmer
Stürmer haben strukturell die niedrigsten Passquoten (Ligadurchschnitt: 72 %). Wertvoll wird ein Stürmer-Pass-Wert nur in Kombination mit der Pass-Position: ein Stürmer mit 78 % Quote, davon 40 % im letzten Drittel, ist Mitspieler-Anbinder; einer mit 80 % Quote, davon nur 12 % im letzten Drittel, lässt sich zu weit fallen.
Aktualisierung und Methodik
Pass-Daten kommen aus den lizenzierten DFL-Statistik-Streams. Klassifizierung in Sicher/Konstruktiv/Risiko erfolgt nach räumlichem Modell (xPass-Modell, kalibriert auf Bundesliga 2014-2025). Saisonübersichten erscheinen nach dem 17. und 34. Spieltag, Wochenupdates in der Statistik der Woche.
Vergleich mit anderen Quellen
WhoScored und Sofascore zeigen Pass-Quoten ohne Risiko-Differenzierung. kicker veröffentlicht keine Passquoten in der Berichterstattung. Für reine Quoten-Vergleiche sind alle Quellen ähnlich — für Kontext-Bewertung lohnt der Blick in unsere Ranglisten.
Verbunden: Spieler-Rating-System · Zweikampf-Rangliste · Torgefahr (xG).