Auf Schalke sorgten gleich zwei Handspiele für Ärger

Aufreger des Tages: Die Auslegung der Handspiel-Regel

Hamburg – Es wurde diskutiert, gestritten und geflucht. In Wolfsburg, Gelsenkirchen und Stuttgart. Über die Handspiel-Regel, die Woche für Woche ein Reizthema in der Bundesliga ist. Viele Profis, Trainer und Beobachter sehnen sich immer stärker nach einer klareren Linie.

„Das Handspiel ist für mich ein rotes Tuch, weil es so schwierig ist zu beurteilen“, sagte Trainer Bruno Labbadia vom VfL Wolfsburg nach dem 3:0 gegen den FSV Mainz 05: „Das ist ein sehr kompliziertes Ding für die Schiedsrichter wie für uns alle.“

Der 53-Jährige fühlte mit seinem Kollegen Sandro Schwarz, der keinen Anlass für ein Eingreifen des Videoschiedsrichters vor dem Elfmeter-Treffer der Wölfe zum 2:0 (70.) gesehen hatte. Doch das Vergehen von Jean-Philippe Gbamin war noch die klarste Handspiel-Entscheidung vom Samstag.

Noch mehr Aufregung gab es in Gelsenkirchen, wo nicht nur Freiburgs Lukas Kübler Gefahr lief, einen Elfmeter zu verursachen (33.). Schalkes Omar Mascarell sprang in der Schlussphase (81.) bei einer Grätsche der Ball an den Ellbogen. 

Schiedsrichter Frank Willenborg revidierte seine erst getroffene Elfmeterentscheidung nach Intervention des Videoreferees und sorgte für Frust bei Freiburgs Trainer Christian Streich und für Verwunderung bei den Experten.

„Nach den Anweisungen war für mich klar, dass es Elfmeter gibt“, sagte der frühere Weltschiedsrichter Markus Merk bei Sky: „Ich war erstaunt, dass dann der Videoassistent eingegriffen hat.“ Schon bei der Kübler-Szene hätte Merk auf Strafstoß entschieden.

Unverständnis machte sich auch bei Kapitän Willi Orban von RB Leipzig breit, der beim 3:1-Sieg beim VfB Stuttgart für einen Handkontakt mit dem Spielgerät nach einem Kopfball von Mario Gomez sanktioniert wurde. „Für alle Beteiligten wäre es einfacher, wenn man da eine klarere Linie reinbringt. Der Elfer war ein Geschenk und ein kleiner Rückschlag für uns“, sagte Orban. Die Diskussionen gehen weiter. (SID)

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