Christian Streich hält nicht viel vom Videobeweis

Plädoyer des Tages: Christian Streich (SC Freiburg)

Gelsenkirchen – Ein Freund des Videobeweises wird Christian Streich wohl nicht mehr. Nach dem zweiten Spiel in Folge, bei dem die Assistenten aus dem DFL-Keller in Köln den Trainer des SC Freiburg um einen Sieg brachten, hielt er ein Plädoyer gegen das umstrittene technische Hilfsmittel. 

„Wir leben im Technologie-Zeitalter, aber ich bin altmodisch und hab‘ das Spiel lieber, wie’s vorher war“, sagte Streich nach dem 0:0 bei Schalke 04: „Gerechter wär’s nicht. Aber es wäre der Fußball, den ich in den 30 Jahren vorher kennengelernt habe.“ Der Videobeweis könne zwar objektiv über eine ganze Saison gesehen „mehr Gerechtigkeit“ bringen, erläuterte er, „aber das Spiel ist ein anderes geworden. Wen es ein Tor gibt, traut sich niemand mehr zu jubeln“. 

In Gelsenkirchen blieb Streich der Jubel über den Siegtreffer verwehrt, weil Videoassistent Harm Osmers einen Handelfmeter revidierte. Nachdem der Ball dem Schalker Omar Mascarell an den Ellbogen gesprungen war, entschied Schiedsrichter Frank Willenborg zunächst auf Elfmeter (81.), ruderte nach Intervention aus Köln aber zurück. 

„Ich habe gedacht, dass Köln sich nur meldet, wenn es eine krasse Fehlentscheidung ist“, klagte Streich, „anscheinend ist es aber doch nicht so. Es ist aber auch schwierig für alle.“ Beim Handspiel von Lukas Kübler (33.) hatte Willenborg dagegen selbst Schalke einen Strafstoß verweigert und sich diese Entscheidung durch die Videobilder bestätigen lassen.

Nicht nötig war das Hilfsmittel bei der Roten Karte für den Schalker Suad Serdar nach dessen brutalem Tritt gegen das Bein von Mike Frantz (42.). Die Gelb-Rote Karte für den Freiburger Christian Günter (90.+2) war dagegen umstritten. (SID)

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