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Rettig bezweifelt Einführung einer Gehaltsobergrenze

Soziales Engagement im Kölner Osten: Rettig führt für Viktoria-Profis Gemeinwohl-Klausel ein

Köln – Der langjährige Bundesliga-Manager Andreas Rettig will bei seinem Gang in die Drittklassigkeit eines der großen Probleme des Profifußball bekämpfen – zumindest im kleinen Rahmen. Viktoria Köln solle “ein Verein werden, mit dem man sich identifizieren kann”, sagte Rettig dem Express: “Eine Branche, die mit und durch die Öffentlichkeit ihr Geld verdient, braucht gesellschaftliche Akzeptanz. Und die schwindet in Bezug auf den Profifußball. Hier müssen wir gegensteuern, dazu sind wir aufgerufen.”

Natürlich werde es auch für die Viktoria, 2019 in die 3. Liga aufgestiegen, weiterhin darum gehen, Spiele zu gewinnen, “wir sind ja ein Fußballverein”. Zudem werden aber alle “Spieler, die Verantwortlichen und Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle eine so genannte Gemeinwohl-Klausel in die Verträge aufnehmen”, so Rettig: “Da dürften wir Pioniere sein.”

So werde vertraglich geregelt, “dass sich jeder Spieler im Laufe seines Vertragsjahres sozial engagiert. Das kann jeder so tun, wie er es für richtig hält. Wir werden Vorschläge machen: Blut spenden, Betreuung älterer Leute, im Krankenhaus oder im Kinderheim helfen. Wir werden einen bunten Strauß vorbereiten, und dann kann jeder im Laufe eines Jahres das umsetzen.”

Rettig, von 2013 bis 2015 Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), übernimmt ab dem 1. Juni den Vorsitz der Geschäftsführung bei den Kölnern. Zuletzt war er bis September 2019 Geschäftsleiter beim Zweitligisten FC St. Pauli. Als Manager lenkte er auch schon die Geschicke des SC Freiburg, des 1. FC Köln und des FC Augsburg.

Einen Angriff auf die Popularität des FC in der Domstadt sieht Rettig indes nicht als realistisches Ziel. “Wir wollen unsere Mitgliederzahlen erhöhen, das Fan-Interesse steigern und sportlichen Erfolg haben”, sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger: “Der 1. FC Köln heißt deshalb 1. FC Köln, weil er der erste Fußballklub dieser Stadt ist. Und das wird er bleiben.” (SID)

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