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Corona-Krise in Argentinien: Copa America ohne Gastgeber

Corona: Brasilien springt als Copa-Gastgeber für Argentinien ein

München – Zwei Wochen vor den geplanten Beginn der Fußball-Südamerikameisterschaft (13. Juni bis 11. Juli) scheint eine Absage der Copa America durch ein zweifelhaftes Manöver des Kontinentalverbandes CONMEBOL verhindert. Das schwer von der Corona-Pandemie gebeutelten Brasilien springt als Gastgeber für Argentinien ein, das am vergangenen Sonntag wegen erneut großer Probleme bei der Beherrschung des Infektionsgeschehens als Ausrichter abgesetzt worden war. Bereits vor rund einer Woche hatte der CONMEBOL Kolumbien aufgrund sozialer Unruhen im Land die Rolle als Co-Gastgeber entzogen.

Die Vergabe an Brasilien, das bereits die bislang letzte Auflage des ältesten Nationenturniers der Welt ausgerichtet und auch gewonnen hatte, fiel angesichts des nahenden Auftakts unter großem Zeitdruck. Details zu den Turnierplänen wie Spielorte und Anstoßzeiten wurden erst für den weiteren Verlauf des Montags angekündigt.

Brasilien bewahrte den Südamerika-Verband durch seine Bereitschaft zur erneuten Organisation des Wettbewerbs vor der drohenden Absage des auch finanziell für CONMEBOL wichtigen Wettbewerbs. Allerdings kämpft das Land am Zuckerhut womöglich noch stärker mit dem Corona-Virus als Argentinien: Brasilien gilt unter der Regierung von Rechtspopulist Javier Bolsonaro als einer der am schwersten von der Pandemie betroffenen Staaten auf der Welt. Mit bisher schon über 460.000 Todesfällen durch das Virus weist Brasilien die weltweit zweithöchste Sterberate auf.

Argentiniens Ausfall als Co-Gastgeber hatte sich bereits vor der CONMEBOL-Entscheidung abgezeichnet. “Aus hygienischer Sicht erachten wir es für schwierig, dass in Argentinien gespielt wird”, hatte Innenminister Wado de Pedro nach einem Treffen mit Staatspräsident Alberto Fernandez in einem Interview mit dem TV-Sender C5N mit Blick auf den derzeit angeordneten Lockdown erklärt und eine Rückgabe damit schon als wahrscheinlich erscheinen lassen.

Nach dem Aus von Kolumbien war bereits Chile als möglicher Ersatz genannt worden. Der Copa-Gastgeber von 2015 hat auf dem Kontinent die Pandemie am besten im Griff. Neben Brasilien war zunächst auch Paraguay, CONMEBOL-Sitz und bestmöglicher Impf-Ort für die vom chinesischen Labor Sinovac an den Verband gespendeten 50.000 Vakzin-Ampullen, als Ersatzausrichter im Gespräch gewesen.

Kolumbien hatte Mitte Mai wegen der blutigen Proteste gegen die Regierung im Land um eine Verschiebung der Copa auf Jahresende gebeten. Daraufhin hatte CONMEBOL dem Land die Gastgeberrolle entzogen. (SID)

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