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Arnold hat die Chance zur Nationalmannschaft zu kommen

Neue Männer für Joachim Löw: Wer könnte nachrücken?

Wolfsburg – Nach der Ausbootung der Münchner Weltmeister Jerome Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller sind in der Fußball-Nationalmannschaft neue Kräfte gefragt. Wen könnte Bundestrainer Joachim Löw stattdessen für die Länderspiele gegen Serbien in Wolfsburg (20. März) und in Amsterdam gegen die Niederlande (24. März/EM-Qualifikation) nominieren? Sechs Vorschläge.

MAXIMILIAN ARNOLD (24/VfL Wolfsburg/zentrales Mittelfeld)

Hat tatsächlich ein A-Länderspiel, auch wenn dies häufig vergessen wird. Im Mai 2014 spielte er 13 Minuten beim 0:0 gegen Polen, ohne Chance, einen tieferen Eindruck zu hinterlassen. Die kam auch bisher nicht wieder, was unter anderem auch daran lag, dass der VfL Wolfsburg nicht mehr gut spielte. Das hat sich geändert. Und prompt rückt Arnold wieder in den Fokus.

Der 24-Jährige schwört, Wolfsburg habe auch abseits von Volkswagen und VfL einiges zu bieten. Er muss es wissen: Er spielt dort seit 2011. Am 20. März spielt dort die DFB-Auswahl – das wäre eine gute Gelegenheit, mal wieder ein Länderspiel zu machen. 

DANNY DA COSTA (25/Eintracht Frankfurt/Rechtsverteidiger)

Danny da Costa ist womöglich der einzige Fußballprofi, der den DFB-Pokal und einen Comedypreis gewonnen hat. Die Sportsatire-Show „Wumms“ zeichnete ihn dafür aus, dass er sich nach einem Spiel staubtrocken selbst interviewte. Auszug: „Bin ich froh, dass wir eine Runde weiter sind? Ja.“

Für da Costa wäre die „nächste Runde“ eine Berufung in die A-Nationalmannschaft. Er hat sämtliche Juniorenteams durchlaufen, danach aber war Schluss. Überregional bekannt wurde er, nachdem er in einem Spiel rassistisch beleidigt worden war. „Vor nicht mal zwei Wochen stand ich für Deutschland auf dem Platz und habe die Hymne gesungen, jetzt kann ich mich da hinstellen und werde beschimpft“, sagte er nach dem skandalösen Vorfall 2013. Das mit der Hymne würde er gerne wiederholen.

MAXIMILIAN EGGESTEIN (22/Werder Bremen/zentrales Mittelfeld)

Erst am Dienstag kam die neueste Nachricht. Borussia Dortmund soll ein konkretes Angebot vorgelegt haben. Maximilian Eggestein sagte: „Ich traue mir das auch zu.“ Der Mann weiß, in welch glänzender Position er ist. Als Stammspieler, der alle 25 Saisonspiele von Beginn an bestritten hat, als Supertalent – und ausgestattet mit einem Vertrag, der nur noch ein Jahr läuft. 

Eggestein lässt sich „Maxi“ oder „Eggo“ rufen, sein jüngerer Bruder Johannes spielt ebenfalls bei Werder. In dieser Spielzeit ist Eggo 299,4 km gelaufen. Nur ein gewisser Joshua Kimmich, der wahrscheinlich künftig sein Mitspieler sein wird (mindestens in der Nationalmannschaft), hat noch 1000 m mehr auf der Uhr. 

ARNE MAIER (20/Hertha BSC/defensives Mittelfeld)

Vielleicht, sagt Pal Dardai, habe seine Erziehungsmaßnahme Arne Maier ja „geweckt“. Schließlich sei der 20-Jährige, definitiv eins der größten deutschen Fußball-Talente, zuletzt „einen Tick zu zufrieden“ gewesen. Deshalb wurde Maier beim 1:2 beim SC Freiburg erstmals (!) in dieser Saison nur eingewechselt.

Ansonsten aber führt sein Weg steil nach oben. Bereits mit 13 Jahren hatten angeblich Bayern München, Ajax Amsterdam und Manchester United angeklopft, doch Maier, geboren in Ludwigsfelde, blieb in Berlin und reifte zum Spielaufzieher im defensiven Mittelfeld. Konsequenz: Sieben Jahre später stehen die Topklubs wieder Schlange. Und wahrscheinlich ruft bald der Bundestrainer.

DAVIE SELKE (24/Hertha BSC/Mittelstürmer) 

Ein Lauerer an der Abseitsgrenze. Durchaus kantig, schnell, ordentlich im Kopfballspiel, technisch beschlagen. Kurz: komplett, weniger festgelegt als Timo Werner (RB Leipzig). Doch ist seine Torbilanz ausbaufähig – in dieser Saison war Davie Selke in seinen 22 Liga-Spielen dreimal so oft Vorlagengeber (9) wie Vollstrecker (3). 

An Einsicht jedenfalls mangelt es dem U21-Europameister von 2017 nicht. „Momentan wird mein Name in Zusammenhang mit dem DFB zu Recht nicht genannt“, sagte Selke im Dezember: „Ich brauche Zeit, um mich wieder in einen Lauf zu spielen.“ Das ist nach einer OP (Kollaps eines Lungenflügels im Sommer) inzwischen gelungen. 

NIKLAS STARK (23/Hertha BSC/Innenverteidiger)

Die Werbetrommel läuft. „Er bringt für einen Nationalspieler alles mit“, sagt Hertha-Trainer Pal Dardai über Niklas Stark. Humor hat er auch: „Drei Punkte, zwei Tore“, schrieb Stark nach dem 2:1 gegen den FSV Mainz 05 bei Instagram. Eines war ein Eigentor, sehenswert per Flugkopfball. 

Geschenkt. Bayern München, Borussia Dortmund oder Borussia Mönchengladbach werden sich davon wohl kaum abschrecken lassen. Ihr Interesse an Stark ist über die Gerüchtephase jedoch noch nicht hinaus, auch nicht eine mögliche Berufung durch Löw. Der Bundestrainer schaute sich Stark allerdings am Samstag in Freiburg noch einmal persönlich an. (SID)

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